Brivio-beben: aprilia verliert schlüsselspieler an honda!

Ein Erdbeben erschüttert die MotoGP-Welt: Davide Brivio, der Architekt des jüngsten Aufschwungs von Aprilia, verlässt den Hersteller überraschend und heuert beim Werksrennteam von Honda an. Der Transfer, über den bereits Sky Italia berichtet hatte, wird nun von MARCA bestätigt und wirft enorme Fragen hinter sich.

Puig im visier? zukunftsplan bei honda unklar

Puig im visier? zukunftsplan bei honda unklar

Brivio, der maßgeblich für die Neuausrichtung von Aprilia und den jüngsten Erfolg, darunter der Sieg von Raúl Fernández in Australien 2025, verantwortlich war, wechselt damit in die Schaltzentrale von HRC. Seine Verpflichtung ist ein herber Schlag für Aprilia, das nun eine Nachfolgeregelung für den erfahrenen Teamchef finden muss. Alberto Puig, der aktuell die Position innehat, steht offenbar vor einer Zäsur: entweder eine Verlängerung seines Vertrages oder der Abschied aus dem aktiven Rennsport. Auch Hikaru Tsukamoto, ein weiterer wichtiger Mann im Honda-Team, wird das Team verlassen.

Die Karriere von Brivio ist gespickt mit Erfolgen und überraschenden Wendungen. Er begann seine Laufbahn bei Yamaha, wo er unter anderem Valentino Rossi betreute und dessen Wechsel zu den „Schmetterlingen“ im Geheimen verhandelte. Anschließend führte er Suzuki zurück ins Rampenlicht und krönte seine Arbeit 2020 mit dem Titelgewinn durch Joan Mir – ein Triumph, der gleichermaßen beeindruckend wie unerwartet kam. Der Ausstieg aus dem japanischen Team kurz darauf, um bei Alpine in der Formel 1 anzuheuern, wirkte wie ein Notsignal, doch auch dort sammelte er wertvolle Erfahrungen, bevor er schließlich zu Trackhouse Racing zurückkehrte.

Die Verpflichtung Brivios reiht sich in eine Reihe von Abschieden ein, die Aprilia in den letzten Monaten verkraften musste. Neben Brivio verließ auch Romano Albesiano den Hersteller, und Aleix Espargaró, der aktuelle Testfahrer, steht ebenfalls vor dem Absprung. Für Aprilia bedeutet dies, dass die Suche nach einem geeigneten Nachfolger dringlich ist. Francesco Guidotti, der bereits bei Prima Pramac Ducati und KTM tätig war, und Livio Suppo, ein erfahrener Manager mit Stationen bei Ducati, Honda und Suzuki, gelten als die heißesten Kandidaten.

Die Entscheidung könnte bereits gefallen sein. Gerüchte besagen, dass es kürzlich ein Treffen zwischen Suppo und Massimo Rivola, dem CEO von Aprilia Racing, in Frankreich gab. Dennoch scheint Guidotti, dessen Bruder Giacomo als Ingenieur ebenfalls bei HRC arbeitet, die Nase vorn zu haben. Die Verantwortlichen von Aprilia stehen nun vor der großen Herausforderung, den Verlust von Brivio zu kompensieren und den eingeschlagenen Erfolgskurs fortzusetzen. Die MotoGP-Saison verspricht somit weitere spannende Entwicklungen.

Die Causa Brivio offenbart einmal mehr die Dynamik im MotoGP-Paddock: Ein Wechsel kann nicht nur Leistungsträger verstärken, sondern auch etablierte Strukturen aufbrechen und neue Konstellationen schaffen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie Aprilia auf diesen Verlust reagiert und welche Strategie das Team verfolgen wird, um im Kampf um die Weltmeisterschaft bestehen zu können.