Runjaic zieht not-plan b: mlacic rückt gegen atalanta in dreierkette
Kosta Runjaic muss gegen Atalanta seine taktische Hausaufgabe neu schreiben. Bertola fällt aus, Solet und Atta sind fraglich – und plötzlich steht der 19-jährige Innenverteidiger Mlacic im Fokus.
Die lage: dreierkette oder umstieg?
Seit Wochen übt Udinese mit System, das auf drei Stürmern und einer kompakten Dreierkette basiert. Nun droht dem Trainer die Personaldecke wegzubrechen. „Wir haben die meiste Zeit mit einer Dreierkette gespielt, aber Fußball ist Anpassung“, sagt Runjaic vor den Mikrofonen und deutet an, dass er auch auf eine Viererkette umschwenken könnte. Die Entscheidung fällt erst am Spieltag – und hängt an einem 19-Jährigen, der vor drei Monaten noch in der Primavera kickte.
Mlacic bekam gegen Florenz 20 Minuten, rettete zweimal in der Nachspielzeit mit klarem Kopf. Runjaic lobt: „Er ist jung, noch nicht komplett eingebunden, aber er hat sich präsentiert.“ Der Kroate wird in Bergamo neben Perez und Kristensen auflaufen, sollte Solet nicht rechtzeitig genesen. Das Trainerteam rechnet mit einer 50-Prozent-Chance.

Atta und davis: die positiven nachrichten
Während die Abwehr wackelt, liefert das Mittelfeld Entwarnung. Arthur Atta absolvierte diese Woche das komplette Programm, ist einsatzbereit. Der Ghanese soll die Sechser-Position entlasten, die zuletzt an Labbadia und Samardzic vorbeirutschte. Kingsley Davis steht nach seiner Muskelblessur ebenfalls zur Verfügung. „Er hat keine Probleme, er ist ein wichtiger Puzzleteil“, sagt Runjaic knapp. Fehlen werden weiterhin Solet (Adduktoren), Bertola (Bänderriss) und Zanoli (Gelbsperre).
Die Krise der letzten drei Niederlagen haben die Friauler laut Runjaic hinter sich. „Die Atmosphäre stimmt, die Spieler stecken sich weg“, betont er. Der Sieg gegen Florenz habe den Glauben zurückgebracht – und genau diesen Schwung will er in Bergamo nutzen, wo Udinese seit 2019 nicht mehr gewann.
Transferkarussell: verlängerung oder abschied?
Neben der Startelf brodelt es auf der Geschäftsstelle. Die Leihofferten für Titolarissimo – so nennen die Fans den linken Außenverteidiger – stapeln sich. Ein Vertragsupdate? Fehlanzeige. Der Vertrag läuft 2027, doch ohne Europacup-Fußball droht ein Sommer-Exit. Klubs aus England und Spanien sollen bereits konkret angefragt haben. Runjaic winkt ab: „Das regelt der Sportdirektor, ich konzentriere mich auf Atalanta.“
Fakt ist: Gewinnt Udinese in Bergamo, rückt die Europa-League-Zone auf drei Punkte heran. Verliert die Mannschaft, könnte der Abstand auf Platz zehn springen – und der Druck auf die sportliche Führung wächst. Runjaic kennt die Rechnung: „Wir brauchen Punkte, nicht Worte.“
