Ilkhan stiehlt tor, parma platzt: 4-1-kantersieg des torino
Ein einziger Ballwechsel reicht, um zwei Fantasy-Manager zu erlösen und zwei andere in den Wahnsinn zu treiben. Die Szene in der 55. Minute war ein Mikrokosmos des modernen Fußballs: Eckball, Gebolze, Schuss Adams, zwei Abpraller, Chaos. Erst kassierte Delprato das Eigentor-Malus, dann schnappte sich Ilkhan den Pluspunkt – und damit den Matchball in unzähligen Fantasy-Ligen.

Die var-bilder lügen nicht – aber sie schweigen bis zur 78. minute
Die Liga erkannte den Treffer nachträglich dem türkischen Mittelfeldspieler zu, weil seine Berührung den Ball die entscheidende Richtungsänderung gab. Für Statistiker: Ilkhan steht nun bei drei Saisontoren, sein Marktwert dürfte bei Comunio und Kicker-Manager über Nacht um rund 400.000 Euro springen. Für die Parma-Abwehr bleibt ein Déjà-vu: Bereits in Sassuolo hatte man einen vermeintlichen Eigentor-Fluch, der kurz darauf revidiert wurde.
Torino-Coach D'Aversa hatte die Partie als «Gipfel der Geduld» bezeichnet – und wurde belohnt. Sein 4-3-3 presste die Gäste in deren eigene Hälfte, 41 % Ballbesitz des Parma in Halbzeit zwei ist der niedrigste Wert dieser Saison. Die Sequenz vor dem 2:0 war symptomatisch: drei Gewaltschüsse innerhalb von fünf Sekunden, zwei Aluminium-Abschläge, ein Torhüter ohne Zeit zum Atmen. «Wir haben den Ball nicht beruhigt, wir haben ihn gebissen», sagte Adams nach dem Spiel – und küsste dabei fast Ilkhans Stirn.
Die Folge: Parma kassiert die höchste Auswärtsniederlage seit 2016, der Abstand auf das rettende Ufer wächst auf fünf Punkte. Für Ilkhan indes ist es mehr als ein Treffer. Der 22-Jährige schickte seiner Mutter ein Foto des Jubelknicks – und einem Berater die Kursentwicklung seiner Comunio-Karte. Nächster Gegner: Juventus. Keine bessere Bühne, um Fantasy-Punkte in Realitäts-Tore zu verwandeln.
