Iker romero: doppelbelastung zwischen bietigheim und österreich – ein balanceakt
- Iker romero: doppelbelastung zwischen bietigheim und österreich – ein balanceakt
- Fokus ab sommer auf österreich
- Selten freie tage
- Zwei teams im kopf
- Süße und salzige momente
- Unterschiedliche welten
- Parallel denken: bundesliga und wm-qualifikation
- Familie und rückzugsort spanien
- Zukunft in bietigheim und darüber hinaus
Iker romero: doppelbelastung zwischen bietigheim und österreich – ein balanceakt
Iker Romero befindet sich derzeit in einer einzigartigen Situation: Er führt die SG BBM Bietigheim als Tabellenführer der 2. HBL an und ist gleichzeitig Nationaltrainer Österreichs. Diese Doppelbelastung stellt ihn vor große Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Europameisterschaft im Januar. Romero selbst gesteht, dass der Handball aktuell seinen Alltag dominiert.
Fokus ab sommer auf österreich
Ab Sommer wird sich Romero vollständig auf seine Tätigkeit als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft konzentrieren. "Ich bin wirklich zufrieden, dass ich in beiden Funktionen arbeiten darf. Ich bin glücklich darüber", so Romero gegenüber handball-world. Allerdings räumt er gleichzeitig ein: "Aber ehrlich gesagt: Freizeit habe ich wenig." Was früher noch entspannte Tage waren, ist nun ein ununterbrochener Arbeitsfluss.

Selten freie tage
„Bevor ich Nationaltrainer war und nur Bietigheim trainierte, hatte ich auch immer ein, zwei Tage in der Woche Freizeit ohne Handballbelastung. Jetzt gerade ist es wirklich ganz selten.“ Wenn Bietigheim trainingsfrei hat, arbeitet Österreich weiter. Videoanalysen, Planung und die Beobachtung der Spieler füllen seine Zeit. „Wenn ich mit Bietigheim frei habe, muss ich mich um die Nationalmannschaft kümmern“, erklärt Romero. „Im Grunde genommen gibt es ganz selten richtig freie Tage, an denen ich nicht an etwas anderes denken muss.“

Zwei teams im kopf
Romero fühlt sich, als würde er ständig arbeiten – sieben Tage die Woche. „Ich versuche immer voll in Bietigheim zu sein, wenn ich in Bietigheim bin“, sagt er. „Aber im Kopf arbeitet viel.“ Besonders intensiv war die Zeit um die Europameisterschaft im Januar. Österreichs Sieg gegen Serbien war ein emotionaler Moment, reichte aber nicht für den Einzug in die Hauptrunde.

Süße und salzige momente
„Das Ende nach dem Serbien-Spiel war süß und salzig zugleich“, erinnert sich Romero. „Im ersten Moment war das Ausscheiden ein bisschen salzig. Andererseits war es süß, weil wir einen Sieg in so einer starken Gruppe hatten.“ Er war eigentlich dringend urlaubsreif. „Ehrlich gesagt, nach dem Spiel gegen Serbien war mein Akku ziemlich leer“, gibt Romero zu. Trotzdem ging es direkt zurück nach Bietigheim und dem Aufstiegskampf in der 2. Liga.
Unterschiedliche welten
Romero beschreibt die Schwierigkeit des Wechsels zwischen den Teams: „Du hast einen Bietigheim-Modus und du hast einen Österreich-Modus. Und du musst auch clever genug sein zu wissen, was das Wichtige ist.“ Die Anforderungen und Möglichkeiten sind in beiden Bereichen sehr unterschiedlich. In Bietigheim hat er über fünf Jahre ein System entwickelt und verfeinert, während die Nationalmannschaft von wenigen Lehrgängen und begrenztem Trainingszeitraum geprägt ist.
Parallel denken: bundesliga und wm-qualifikation
Während Bietigheim den Traum von der Bundesliga verfolgt, steht für Österreich im Mai die WM-Qualifikation an. Romero denkt bereits an beide Ziele: „Ich denke jeden Tag darüber nach, Polen oder Lettland zu schlagen. Und ich denke gerade jeden Tag darüber nach, wie wir gegen Lübbecke am Sonntag gewinnen können. Beides gleichzeitig.“ Er ist sich bewusst, dass die Doppelbelastung manchmal dazu führt, dass er nicht zu 100 Prozent Leistung erbringen kann.
Familie und rückzugsort spanien
Privat versucht Romero, zur Ruhe zu kommen. Seine Familie ist sein Ruhepol. Er gönnt sich, wann immer möglich, Zeit mit seinen Kindern und seiner Frau. Dennoch gesteht er ein: „Sozialleben habe ich nicht so viel.“ Ein Rückzugsort ist Spanien, wo er mit seinem Vater Tauben jagt. „Wenn ich Zeit habe, gehe ich gerne mit meinem Papa jagen“, erzählt Romero. „Ich bin stolz, Jäger zu sein.“
Zukunft in bietigheim und darüber hinaus
Obwohl er die SG BBM Bietigheim 2026 verlassen wird, liegt sein Fokus weiterhin auf dem Aufstieg. „Jetzt gerade habe ich darüber nicht so viel nachgedacht“, sagt Romero. „Das Einzige, was ich will, ist den Aufstieg zu schaffen und die Mannschaft in die erste Bundesliga zu entlassen.“ Er ist zuversichtlich: „Alles wird gut: Wir werden uns qualifizieren, und wir werden aufsteigen!”
