Hyundai entfaltet die ioniq 3 – design-attacke auf die golf-klasse
4,15 Meter, 490 Kilometer Reichweite, null Gramm CO₂ – und ein Name, der ab Herbst für schlaflose Nächte bei VW, Opel und Co. sorgt: Ioniq 3. Hyundai hat auf der Mailänder Design Week die vierte Baureihe seiner E-Plattform E-GMP enthüllt und dabei nichts dem Zufall überlassen.
Stahl wird gefühl: die „unfold stories“-installation
In der ehemaligen Fabrik „Torneria“ verwandelt sich kaltes Blech in eine organische Skulptur. Besucher können die Karosserie der Ioniq 3 buchstäblich entfalten – per Handbewegung glätten sich Linien, Türen öffnen sich wie Origami, Lack wechselt in Echtzeit die Textur. Die Koreaner nennen das „From Paper to Steel“. Was wie Marketing-Klingelklinge klingt, ist ein echtes Leichtbau-Prinzip: Die Außenhaut besteht aus einem einzigen Stahlblech, das 37 Prozent weniger Nahtstellen hat und damit 11 Kilogramm spart. Gewicht weg, Reichweite rauf – ein Effekt, der sich direkt auf die 0,26 cw-Zahl niederschlägt.
Im Inneren geht es nicht um Pixel-Overkill, sondern um Ritual. Ein Holzgriff, der sich erwärmt, sobald man die Hand darauflegt. Eine Ambiente-Beleuchtung, die den Herzschlag des Fahrers übernimmt. Kein Leder, dafür recycelte PET-Flaschen, die sich anfühlen wie Wildleder. Die Botschaft: Elektrisch muss nicht klinisch sein.

Technik im tarn-look: was die ioniq 3 wirklich kann
Unter dem Boden liegt entweder ein 42,2-kWh- oder ein 61-kWh-Pack. Die kleinere Variante liefert 110 kW/147 PS und schafft 335 km nach WLTP. Die Long-Range-Version kommt mit 100 kW/135 PS auf 490 km – ein Wert, der selbst die neue ID.3 ersetzt. DC-Laden von 10 auf 80 Prozent dauert 30 Minuten, die 400-Volt-Architektur verzichtet bewusst auf 800-Volt-Hype. Begründung: günstigere Ladekosten, da jede öffentliche Säule mitspielt. Die Preise hält Hyundai noch zurück, aber Insider tuscheln über 29.900 Euro für die Standard-Version – ein Schuss vor den Bug des elektrischen Golf.
Marktstart ist Herbst 2026. Bis dahin will Hyundai 50.000 Einheiten produzieren, 70 Prozent für Europa vorgesehen. Die Entwickler sprechen offen von „Golf- und Corsa-Käufern, die sich nicht mit 1960er-Heizspiralen in der Innenstadt quälen wollen“.
Am Ende bleibt ein Detail, das in keiner Pressemappe steht: Im Hof der Torneria gibt es kostenloses Kimchi-Eis. Süß-scharf, kalorienarm – und ein Stück weit das perfekte Symbol für die neue Ioniq 3: koreanisch, überraschend, unverschämt lecker. Wer nächstes Jahr an der Ampel neben einem stillen 4,15-Meter-Papierflieger steht, wird es verstehen.
