Hummels über kehl-rauswurf: „für mich kam das aus dem nichts“
Mats Hummels blinzelt in die Kameras, als hätte man ihm gerade die Luft weggekniffen. Der Ex-BVB-Kapitän erfuhr erst bei der WM-Präsentation von MagentaTV, dass sein langjähriger Klub Sebastian Kehl vor die Tür gesetzt hat. „Ich hatte keinen blassen Schimmer“, sagt er, und man hört, wie sehr ihn der Schock sitzt.
Am Sonntag noch feierte Dortmund den 2:1-Sieg gegen Wolfsburg, am Montag rauschte die Nachricht durch die Kabine: Kehl ist raus, Nils-Ole Book ist drin. 48 Stunden, die den Klub wieder einmal auf den Kopf stellen. Hummels, 37, der bis 2024 die Schwarz-Gelben führte, reagiert wie viele Fans: mit offenem Mund.

Warum jetzt? hummels deutet die gemütslage an
Er schwankt zwischen Fassungslosigkeit und Analyse. Die Liga läuft stabil, Pokal und Champions League nicht. „Diese 50:50-Spiele“, sagt er, „da erwartet man von Dortmund einfach mehr klare Siege“. Die Gesamtstimmung – seine Wortwahl: „Gemütslage“ – kippte, weil der Anspruch und die Erfüllung auseinanderklafften. Mehr will er nicht schätzen, denn er ist nicht mehr drin im Inner Circle.
Book wiederum ist jetzt drin. Der 40-Jährige schaffte Elversberg in die zweite Liga und soll den BVB wieder auf Kurs bringen. Hummels lacht kurz: „Netter, zurückhaltender Kerl“, sagt er, und dann kommt die Anekdote, die keiner auf dem Zettel hatte. 2007 standen sie Seite an Seite in der U21, beim 4:0 gegen die Schweiz. Book kam in der 80. Minute, Hummels spielte durch. Kein Plan, keine Strategie, nur ein kleines gemeinsames Kapitel, das jetzt wieder hochkommt.
Die Szene ist ein Fingerzeig: Book kennt den Laden nicht von der Außenseite, er war selbst Mittelstürmer mit Weitblick. Ob das reicht, um die Dortmunder DNA neu zu justieren, wird sich zeigen. Hummels wünscht ihm Glück – aus der Ferne, ohne Einfluss, aber mit dem Wissen, wie schnell sich die Machtverhältnisse verschieben. Seine letzte Sätze klingen wie eine Warnung: „Im Fußball zählt nur das nächste Spiel“. Für Kehl ist es vorbei, für Book beginnt die Uhr jetzt zu ticken.
