Hughes schießt die devils in serie und lässt die rangers alt aussehen

Vier Spiele, vier Siege – und die Devise der New Jersey Devils lautet plötzlich: „Wer zuerst trifft, trifft doppelt.“ Jack Hughes jagte am Sonntagabend einen Hattrick in die Maschen, Nico Hischier erlöste mit dem 4:3 die letzte Rangers-Attacke, und die Prudential Center-Deckenlautsprecher drohnten, als wäre die Play-off-Serie schon jetzt eröffnet.

66 Sekunden rausch, 60 minuten kontrolle

Die Devils legten los, als hätten sie den Eishockey-Gott auf Zuruf gebucht. Nach 66 Sekunden knallte Jesper Bratt das 1:0 über die Linie, die Rangers antworteten mit zwei schnellen Gegentreffern – und prompt schlich sich Unruhe in die Reihen. Doch Dawson Mercer, bislang eher für Assists bekannt, schraubte sich an den Kreis und versenkte den Ausgleich, be die Glaskugel der ersten Pause zu Boden fiel.

Im zweiten Drittel tauschten beide Teams nur ein Tor, ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Das dritte Abschnitt aber war reine Devils-Choreografie: Hischier nutzte eine Rückhand-Hereingabe von Timo Meier, ließ Igor Shesterkin mit der Hüfte taumeln und netzte zum 4:3 ein. Die Rangers warfen danach alles nach vorn, doch Hughes setzte mit zwei Empty-Nettern den Deckel drauf. 6:3 – die Quittung für eine Defensive, die wie ein Sieb wirkte, sobald New Jersey die Geschwindigkeit erhöhte.

Josi und moser: schweizer mit gespaltenem gewissen

Josi und moser: schweizer mit gespaltenem gewissen

Roman Josi nagelte sich mit einem Assist in die Scorerliste, konnte die 2:3-Niederlage seiner Nashville Predators in Buffalo aber nicht verhindern. Die Sabres erwischten einen Start-Zweikampf, den die Gäste nie komplett aufrollten. Für Josi bleibt die Rechnung dennoch positiv: nach 57 Minuten legte er den Anschlusstreffer auf, bewies, dass seine Powerplay-Visiereinstellung noch immer gefährlich ist. Nächste Station: Seattle – und dort will er die Punkte mitnehmen, die in Upstate New York liegenblieben.

Janis Moser hingegen durfte jubeln. Die Tampa Bay Lightning beendeten ihre Mini-Krise mit einem 5:2-Coup in Toronto. Moser stand fast 19 Minuten auf dem Eis, verzeichnete ein Plus-Minus von 0 und spielte sich mit schnellen ersten Pässen aus der eigenen Zone in die Aufzeichnungsbücher. Für die Lightning war es mehr als nur ein Sieg: es war das Signal, dass die Titeltrauma-Turbine wieder angeht, bevor die Atlantic-Division zur Kampfarena wird.

Kurashev: tribünengast mit gutem gewissen

Kurashev: tribünengast mit gutem gewissen

Philipp Kurashev musste zusehen, wie seine San Jose Sharks in der Overtime gegen die Islanders untergingen. Coach Ryan Warsofsky setzte auf „frische Beine“, doch die Frische war nur auf dem Papier spürbar. Die Sharks kassierten das 1:2, Kurashev blieb ohne Einsatzzeit – trotz drei Punkten in den letzten vier Spielen. Die Botschaft: Leistung zählt, aber Rotation regiert. Ob er am Mittwoch in Buffalo zurückkehrt, entscheidet sich nach dem Morgen-Video-Meeting. Die Koffer sind gepackt, die Schlittschuhe geputzt.

Die Nacht gehört den Devils, der Tag danach den Verfolgern. Die Rangers haben die Lücke auf den Play-off-Rängen wieder größer gemacht, die Sabres nähern sich mit Sieg Nummer drei in Serie. Und irgendwo zwischen Newark und San Jose wissen Schweizer Skater, dass ihre Punkte zählen – nur eben nicht immer auf der Anzeigentafel, sondern im Kopf des Trainers. Die NHL schreibt weiter, kein Skript, nur Eis.