Hsv kippt nach führung ein: leipzigs nackentreffer stoppt hamburger siegserie

Das Volksparkstadion bebte 22 Minuten lang, dann verstummte es. Fabio Vieira hatte den HSV mit einem Traumtor in Führung geschossen, doch RB Leipzig drehte die Partie und beendete mit dem 2:1 die Hamburger Heimserie. Die Rothosen haben seit Oktober 2025 nicht mehr in der eigenen Arena verloren – bis Samstag.

Der dämpfer kommt zur unzeit

Der dämpfer kommt zur unzeit

Ole Werners Mannschaft startete mit dem Selbstbewusstsein eines Aufsteigers, der sich fest in der Mitte der Tabelle gebissen hat. Die Zahlen vor dem Spiel ließen Hoffnung aufkommen: sechs Heimspiele ohne Niederlage, neun Punkte Vorsprung auf Rang 17. Doch die englische Woche beginnt mit einem K.o.-Schlag. Schon am Mittwoch gastiert Bayer Leverkusen, am Samstag geht es nach Wolfsburg. Die Belastung wird enorm.

Der HSV begann druckvoll. Ransford Königsdörffer testete Blaswich nach vier Minuten, Damian Downs zwang Vandevoordt zur Glanzparade. Leipzig antwortete durch Romulo und Baumgartner, doch die erste große Chance gehörte den Hausherren. Castello Lukeba spielte einen Fehlpass, der HSV konterte – Vieira verwandelte cool. Die Sache schien unter Kontrolle.

Dann kam der Hackentrick. Romulo nahm Lukebas Diagonalball direkt, ließ Vuskovic stehen und traf per Hacke ins lange Eck. Die Leipziger drückten weiter, Heuer Fernandes parierte stark, doch nach der Pause war der HSV entblößt. Ein Vieira-Fehlpass landete bei Diomande, der sich gegen vier Mann durchsetzte und eiskalt vollendete.

Romulo verschwendete zwar den Elfmeter, doch Leipzig blieb Herr des Geschehens. Die Hamburger rannten an, doch die Ideen fehlten. Die Lücken in der Kette wurden größer, die Nerven blanker. Der Sieg der Sachsen war verdient – und schmerzt doppelt, weil Wolfsburg am Sonntag gewann und der Vorsprung auf neun Punkte hätte wachsen können.

Die Tabelle lügt nicht: Der HSV steht bei 28 Punkten, nur fünf Zähler trennen ihn vom Relegationsplatz. Die Mischung aus Jugend und Erfahrung funktionierte bisher, doch die nächsten neun Tage entscheiden über den Saisonverlauf. Gegen Leverkusen und Wolfsburg muss Werner seine taktische Meisterleistung abliefern, sonst droht der alte Abstiegsgeruch durch die Hamburger Gänge zu ziehen.

Die Fans im Volksparkstadium sangen trotz Niederlage bis zuletzt. Sie wissen: Wer in der Bundesliga nur 45 Minuten lang konzentriert spielt, bekommt den salatten Lohn. Die Leipziger haben das Memo gelesen – und die Hamburger erhalten es jetzt in dreifacher Ausfertigung.