Hsv fordert kiel: nordderby auf rekordkulisse!
Hamburgs Handballer bereiten dem THW Kiel eine unangenehme Überraschung vor. Am Sonntag wird in der Barclays Arena vor über 11.000 Zuschauern ein Nordduell der Extraklasse stattfinden – ein deutliches Signal des HSV, dass man sich in der Handball-Bundesliga etablieren will.

Ein neues kapitel für den hsv hamburg
HSV-Geschäftsführer Christian Hüneburg kündigt an, dass die Arena zukünftig mindestens sieben Spiele pro Saison beherbergen soll. „Das ist hoffentlich das neue Normal bei uns“, so Hüneburg. Der HSV will die riesige Kulisse nutzen, um den angeschlagenen Rekordmeister zusätzlich unter Druck zu setzen und im Kampf um die begehrten Champions-League-Plätze nachzulegen.
Denn die Situation in Kiel ist alles andere als rosig. Trotz eines starren Kaders und namhafter Einzelspieler fehlt dem THW die Konstanz. Die jüngsten Auftritte, darunter die überraschende Niederlage gegen Eisenach (30:30), offenbaren eine Mannschaft, die mit sich hadert. Zuvor gab es bereits Pannen gegen Gummersbach und in Stuttgart – ein alarmierendes Zeichen für den ambitionierten Verein.
Der Rückstand auf den Tabellenführer Magdeburg beträgt bereits 13 Punkte. Die Königsklassen-Qualifikation scheint aktuell ein ferner Traum. Kapitän Domagoj Duvnjak, der am Sonntag auf seinen Ex-Klub trifft, muss sich wohl mit alten Weggefährten auseinandersetzen, während der HSV mit Rückenwind vom Sieg in Minden (30:29) in die Partie geht.
Trotz einer insgesamt turbulenten Saison, die Trainer Torsten Jansen als „zwischen Spektakel und Schießbude“ beschreibt, verfügt der HSV über ein großes Offensivpotential. Allerdings wehren sie auch die meisten Gegentreffer der Liga – eine Schwäche, die es gegen Kiel auszunutzen gilt. „Ich freue mich auf das Spiel“, erklärt Jansen. „Gegen Kiel vor dieser Kulisse – da brennen alle drauf. Da muss ich keine großen Reden halten.“
Jansen ist überzeugt: „Wir wollen Kiel einen harten Kampf liefern. Dafür müssen wir alles auf der Platte lassen.“ Die Ausgangslage ist klar: Nur mit einer herausragenden Leistung gegen den amtierenden Meister hat der HSV eine Chance auf den Sieg.
Personell sieht es in Hamburg angespannt aus. Casper U. Mortensen fällt mit Knorpelproblemen aus, während Nicolaj Jörgensen und Moritz Sauter nur bedingt trainieren können. Hoffnung gibt es am Kreis: Co-Kapitän Andreas Magaard steht nach seiner Knie-OP vor dem Comeback. Jan Schmidt, Junioren-Nationalspieler, könnte ebenfalls zum Einsatz kommen, sofern seine Verpflichtungen in Liga 2 mit Dormagen es zulassen. Dominik Axmann hingegen muss eine längere Pause einlegen, da sein operiertes Knie weiterhin Schmerzen bereitet. Sportdirektor Jogi Bitter nimmt es gelassen: „Axel kriegt von uns die nötige Ruhe.“
Die Konzentration liegt auf dem Spiel gegen Kiel, einem Gegner der trotz seiner aktuellen Form immer respektiert werden muss. Jansen mahnt: „Sie sind ein Spitzenverein in Europa. Wer jetzt sagt, sie seien in einer schlechten Phase, der hat das alles nicht verstanden.“
Die Partie verspricht ein Feuerwerk zu werden, in dem der HSV Hamburg alles daran setzen wird, den THW Kiel zu ärgern und seine Ambitionen unter Beweis zu stellen. Der Sieg ist zwar unwahrscheinlich, aber die Chance auf einen Punktgewinn ist real – ein Zeichen der Hoffnung für die Hamburger Fans.
