Eishockey-revolution: 3x3 erobert europa!

Innsbruck bebt! Das Eishockey, wie wir es kennen, könnte bald Geschichte sein. Am vergangenen Wochenende startete in der Olympiaworld die „Breaking the Ice Tour“ – eine fulminante Premiere für das neue 3x3-Format, das die Welt des Eishockeys auf den Kopf stellen will und den Weg für eine olympische Zukunft ebnen könnte.

Rasantes spiel, neue regeln, neue fans

Vergessen Sie lange Strafzeiten und komplizierte Abseitsregeln. Das neue Format ist ein Feuerwerk aus schnellen Aktionen, packenden Dribblings und spektakulären Toren. Ein Tor zählt doppelt, Penaltyschüsse werden quasi von Jägern verfolgt, und die Uhr tickt unaufhaltsam. Das Ziel der IIHF ist klar: Eishockey für eine neue Generation, Eishockey für die Stadtzentren, Eishockey für mehr Zuschauer.

Florian Mayer, der bei der IIHF für die neue Sparte zuständig ist, erklärt: „Wir haben die große Möglichkeit, das erste Kleinfeldformat im Wintersport zu sein.“ Und das IOC schaut interessiert zu, denn ein zweites Eishockey-Format mit kürzeren Spielen könnte durchaus spannend sein.

Dennis endras dirigiert das deutsche team

Dennis endras dirigiert das deutsche team

An der Seitenlinie steht kein Geringerer als Dennis Endras, der ehemalige deutsche Nationaltorhüter. Er coacht das deutsche 3x3-Team, das neben den DEL-Profis Moritz Wirth und Noah Dunham auch weitere talentierte Spieler umfasst. Die Spannung war greifbar, als das Team in Innsbruck sein Debüt feierte.

Was macht das 3x3-Eishockey so besonders? Die Regeln sind radikal anders. Kein Abseits, gestrichelte Linien als Rückzugslinien, und der Torhüter darf den Puck nun an seine Mitspieler weitergeben. Nach einem Foul gibt es keine Strafzeit, sondern einen Penaltyschuss, bei dem alle Spieler den Schützen jagen können. Der „Free Zone Award“ belohnt Fernwürfe mit zwei Toren, und der „Fair Play Award“ sorgt für einen spannenden Penaltyschuss am Ende des Spiels, wenn ein Team ohne Fouls geblieben ist.

„Die Regeln sollen das Ganze flüssiger und unterhaltsamer machen“, betont Mayer. „Mir war wichtig, dass wir anders sind, aber den Sport, den wir lieben, mit den neuen Regeln nicht ins Lächerliche ziehen.“

Olympia 2034 im visier

Olympia 2034 im visier

Die Tournee, die nach Innsbruck weitere Stationen in Zürich, Helsinki, Turin und Budapest (sowie möglicherweise Berlin und Mannheim) umfasst, ist nur der Anfang. Im nächsten Jahr soll die Serie auf Südamerika, Nordamerika und Asien ausgeweitet werden – mit dem Ziel, eine globale Tour zu starten und schließlich Olympia 2034 zu erreichen. Die Vorbilder sind Basketball und Volleyball, die mit 3x3 und Beachvolleyball bereits erfolgreich in das olympische Programm aufgenommen wurden.

Es geht aber nicht nur um Olympia. Das neue Format soll auch neue Märkte erschließen, neue Spieler gewinnen und ein jüngeres Publikum begeistern. Die Pläne, auf synthetischem Eis zu spielen, deuten darauf hin, dass auch Sommerturniere in der Zukunft möglich sind. Die „Breaking the Ice Tour“ in Innsbruck hat gezeigt: Eishockey kann auch anders – und es ist verdammt aufregend.