Hpv-test statt pap: jetzt entscheidet die dna, wer krebs bekommt
Der Pap-Test ist out. Ab 30 entscheidet ein DNA-Schnellcheck, ob das Gebärmutterhals-Karzinom droht – und das fünf Jahre lang ohne Nachbohren. Die Kasse zahlt, aber nur, wer den richtigen Zeitpunkt kennt.
Wer braucht den test und wann
Die Zahlen sind gnadenlos: 5 500 neue Fälle jedes Jahr in Deutschland, 1 700 Tote. Die Mehrzahl hätte verhindert werdenkönnen, wenn der Virus vorher enttarnt würde. Genau das tut der HPV-Test. Er spürt die Hochrisiko-Stämme 16, 18, 31, 45 und Co. auf, bevor die Zellen auch nur mucksen. Ergebnis negativ? Dann darf man sich bis 35 wiedersehen lassen. Positiv heißt noch lange nicht Krebs – nur dass das Stimmchen des Immunsystems gerade kratzt.
Die Regel: Unter 30 lohnt sich die DNS-Suche nicht. Die Infektion springt in acht von zehn Fällen von selbst ab und würde Millionen Frauen in überflüssige Panik versetzen. Erst danach wird das Virus träge, das Gewebe altert, und die Zeit arbeitet für das Karzinom. Deshalb die klare Empfehlung der Gynäkologen: Pap testen bis 29, danach nur noch HPV – und zwar alle fünf Jahre, sofern das Ergebnis sauber ist.

So läuft die neue untersuchung ab
Der Ablauf ist old-school: Spekulum rein, Bürstchen über den Muttermund, fertig. Der Unterschied liegt im Labor. Statt Zellen unter dem Mikroskop zu bewerten, wird ihre DNS zerpflückt. Ist keine Virus-DNS vorhanden, schlägt das Gerät nicht an. Ist sie da, erfolgt ein zweiter Gang: Das Zytologie-Zeugnis entscheidet, ob sofort die Lupe (Kolposkopie) folgt oder ob man ein Jahr wartet und noch mal testet. Die false-positive Rate sinkt auf unter drei Prozent – ein Quantensprug gegenüber dem alten Pap-Abstrich.
Impfung ja, Kontrolle trotzdem: Auch Geimpfte müssen mitmachen. Der Impfstoff deckt nur neun von 15 gefährlichen Stämmen ab. Wer sich also nach der Impfung aus dem Screening verabschiedet, spielt Russisch Roulette mit seiner Gebärmutter.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rechnet vor: Wenn sich 80 Prozent der 30- bis 64-Jährigen regelmäßig testen ließen, ließe sich die Sterberate um 70 Prozent drücken. Bisher liegt die Teilnahmequote bei mageren 54 Prozent. Die Türen stehen offen – es fehlt nur der Fuß in die Praxis.
