Horngachers letzter flug: planica wird zur trauer- und talent-show

Stefan Horngacher winkt am Samstag in Planica zum letzten Mal als Bundestrainer ab – und niemand weiß, wer die Flagge übernimmt. Die Nachfolge ist nach fünf Monaten Suche immer noch ein offener Schacht, die Kandidaten springen ab.

Thurnbichler sagt nein, sobczyk und kuttin verhandeln

Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte sich auf Thomas Thurnbichler verlassen. Der 36-Jährige zog gestern den Stecker: „Ich bin Vater, meine Familie geht vor.“ Grzegorz Sobczyk, Assistent in Horngachers Polen-Zeit, will, fordert aber Freigabe vom bulgarischen Verband. Heinz Kuttin, aktuell Frauen-Chef, sagt intern zu, würde damit aber eine neue Lücke reißen. Horst Hüttel, Sportdirektor, muss bis Mai liefern – sonst droht Chaos im Sommertraining.

Die Athleten spüren die Leere. „Wir wissen nicht mal, wer uns im Mai in Oberstdorf empfängt“, sagt Andreas Wellinger. Die Stimmung im Team: zwischen Saison-Ende und Existenzangst.

Raimund fliegt trotz höhenangst – und bringt gold mit

Raimund fliegt trotz höhenangst – und bringt gold mit

Philipp Raimund wird heute erstmals auf dem Riesenbakken starten – ein Spagat zwischen Panik und Perfektion. „Letztes Jahr habe ich hier weggeguckt, dieses Jahr schaue ich runter“, sagt der Olympiasieger. Seine beste Saison (zwei Weltcupsiege, Gold von Predazzo) liefert das Sicherheitsnetz. Das Gold bringt er als Abschiedsgeschenk für Horngacher mit – eingepackt im Rucksack, direkt neben den Flugschein.

Die Zahl, die alles sagt: 7 Jahre, 3 Weltmeister, 1 Olympia-Gold – und jetzt 0 Nachfolger in Sicht.

Planica wird zur Show ohne Regisseur. Horngacher fliegt raus, der DSV schaut in den leeren Himmel. Die Athleten springen – und hoffen, dass bald jemand unten aufpasst.