Hormuz gesperrt: wie ein meeresenge die weltwirtschaft erschüttert

Am 28. Februar 2026 veränderte sich die geopolitische Tektonik des Planeten innerhalb weniger Stunden. Israel griff, gedeckt von Washington, iranische Militäranlagen an. Ali Khamenei kam dabei ums Leben. Teherans Antwort ließ nicht auf sich warten: Amerikanische Stützpunkte wurden beschossen, und die Islamische Republik schloss die Durchfahrt durch die Straße von Hormus — jenen schmalen Korridor, durch den täglich rund 20,9 Millionen Barrel Öl fließen. Etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgashandels passiert dieselbe Route. Seitdem zittern die Energiemärkte.

Warum dieser meeresenge die welt in atem hält

Die Straße von Hormus ist kein geografisches Detail. Sie ist das Nadelöhr, durch das die Industriewirtschaft der Gegenwart atmet. Rund um den Persischen Golf konzentrieren sich Länder wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Qatar — zusammen kontrollieren sie etwa 50 Prozent der weltweiten Erdölreserven und decken rund 20 Prozent des globalen Verbrauchs. Wer Hormus sperrt, schneidet nicht eine Handelsroute ab. Er dreht den Industrienationen den Hahn zu.

Die USA haben bereits reagiert: Die Trägergruppen USS Gerald R. Ford und USS Abraham Lincoln sind im Einsatz, flankiert von F-22- und F-35-Kampfjets der fünften Generation. Eine Machtdemonstration, die die Lage beruhigen soll — bisher ohne durchschlagenden Erfolg.

Wer am härtesten trifft es

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Die Antwort ist eindeutig: China, Japan, Südkorea, Taiwan und Europa. Peking bezieht rund 45 Prozent seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten — alles über Hormus. Ein anhaltender Stopp würde zwischen 9 und 10 Millionen Barrel täglich blockieren, die für die chinesische Industrie bestimmt sind. Das ist kein Preisschock. Das ist ein Produktionsstillstand in Zeitlupe.

Europa glaubt, durch diversifizierte Bezugsquellen geschützt zu sein. Teilweise stimmt das. Doch ein großer Teil des europäischen Rohöls läuft immer noch durch Hormus — und die Raffinerien auf dem Kontinent können Engpässe nicht ewig durch strategische Reserven überbrücken. Brüssel hat die Warnung gehört: Die Krise beschleunigt jetzt intern die Diskussion über erneuerbare Energien und erweiterte Flüssiggasspeicher.

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Qatar allein sitzt auf dem North Field, dem größten nicht assoziierten Erdgasfeld der Welt — rund 900 Billionen Kubikfuß. Der Iran hält 208,6 Milliarden Barrel nachgewiesene Ölreserven und steht beim Erdgas weltweit auf Platz zwei, nur hinter Russland. Kuwait produzierte 2022 über 3 Millionen Barrel täglich. Die Vereinigten Arabischen Emirate peilen bis 2027 eine Förderkapazität von 5 Millionen Barrel pro Tag an. Das sind keine abstrakten Zahlen. Das ist die Substanz, auf der die globale Lieferkette steht.

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