Honda rettet gesicht: alonso bringt suzuka-debakel zur ruhe

Suzuka – ein Kloß in der Kehle statt Jubel. Honda-Chef Koji Watanabe atmete tief durch, als Fernando Alonso die Zielflageliste endlich streifte. Nach Wochen des Motorschlamms, nach Neweys Seitenhieben, nach Budgetfragen und Ehrenkränkungen reichte im eigenen Wohnzimmer plötzlich ein einziger Gedanke: Hauptsache durchkommen.

Ein rennen, das keiner gewinnen wollte

Die 2026er Saison war für Honda ein einziger Aufprall. Motorschäden, Abschaltungen, interne Krisentreffen. Aston-Martin-Technikchef Adrian Newey stichelte öffentlich, die Partner starrten sich auf Pressekonferenzen an. Suzuka sollte Beweis sein, dass die Japaner nicht nur Fehler machen, sondern auch ausbügeln können. Dafür schickten sie nicht nur Ingenieure, sondern auch ihre Stolz-Delegation: Budgetverantwortliche aus Tokio sitzen traditionell auf den Haupttribünen, wo jeder Drehzahlausreißer bis in die Vorstandsetage hallt.

Vor dem Start versammelte sich die Crew in der Garage. Mike Krack, Aston Martins Operativchef, formulierte die Devise für den Tag: „Finishen, Punkt.“ Mehr nicht. Shintaro Orihara, Hondas F1-Leitbauingenieur, wiederholte es wie ein Mantra. Und dann kam Alonso, der Asturier mit der Samurai-Attitüde, direkt zu Watanabe, drückte dessen Schulter und blökte auf Japanisch: „Ganbatte!“ – oder war es „Ganbaru yo“? Der Präsident lachte trotzdem, das war schon mal ein Sieg.

Handschlag statt handgranate

Handschlag statt handgranate

Alonso hielt Wort. Er schleppte das vibrierende AMR26 über 53 Runden, quälte sich durch Vibrationsstöße, die bis in die Brustwirbel reichen. Als er endlich die Zieldurchfahrt schaffte, war die Uhr schon auf Platz 14, aber das war sekundär. Lawrence Stroll, Aston-Martins milliardenschwerer Eigentümer, suchte Watanabe auf der Startaufstellung, reichte die Hand. Ein Foto entstand, die Medien deuteten: Friedensschlag. Krack dämpfte danach: „Ein Handschlag ist kein Vertrag.“ Trotzdem: Der erste Stein des Wiederaufbaus ist gelegt.

Honda zieht Konsequenzen. Drei Motorenupdates sind für Imola und Barcelona angekündigt, das Dynamikteam wurde umstrukturiert, und die Budgetlinie für 2027 bereits erhöht. Suzuka war keine Trendwende, aber ein Nadelöhr, durch das sie hindurchkrochen. Wer im Motorsport überlebt, braucht nicht immer Siege – manchmal reicht ein funktionierender Sektor, um den Glauben an die Marke wieder aufzuladen.