Hoffenheim verspielt cl-ticket: beerensteyn trifft, popp fällt aus – drama im kraichgau
0:1 gegen Wolfsburg, 68. Minute, Kopfball, Lineth Beerensteyn – das war’s. Mit diesem einen Moment verabschiedet sich die TSG Hoffenheim aus dem Rennen um die Champions-League-Plätze. Die Mannschaft von Trainerin Eva-Maria Virsinger verliert im Kraichgau nicht nur drei Punkte, sondern auch die Nerven.
Die Zahlen sind gnadenlos: Nach 21 Spieltagen beträgt der Rückstand auf Eintracht Frankfurt jetzt drei Zähler. Noch schwerer wiegt das Gefühl, eine Riesenchance vertan zu haben. Denn Wolfsburg kam ohne Alex Popp aus – und das schon nach 17 Minuten. Die Nationalstürmerin verletzte sich ohne Einwirkung, humpelte mit blutender Nase in die Kabine. Für das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon am Dienstag ist sie fraglich.
Ein spiel, das keiner gewinnen wollte – bis zur 68. minute
Die erste Hälfte war ein Lehrstück in Sachen Ballbesitz ohne Idee. Hoffenheim stand tief, Wolfsburg passte sich zu Tode. Erste nennenswerte Szene: Sarai Linders Fernschuss in der 42. Minute – Laura Dick pariert. Es roch nach 0:0, nach Remis, nach zwei Punkten für die Tabelle. Doch die zweite Hälfte dreht das Skript um.
Plötzlich spielt Hoffenheim nach vorne. Nikée van Dijk köpft aus fünf Metern daneben (64.). Die Kurve zittert. Doch dann der Standard. Caitlin Dijkstra schlägt den Ball an den zweiten Pfosten, Valesca Ampoorter kommt zu spät, Beerensteyn nur noch Kopf – 0:1. Die Südtribüne verstummt. Die Spieler sinken auf den Rasen, als hätte jemand die Steckdose gezogen.

Popp-ausfall ändert nichts – wolfsburg bleibt kalt
Trotz Popp-Ausfall wechselt Trainer Stephan Lerch nur einmal durch. Sein Plan: kompakt stehen und auf Konter lauern. Es funktioniert. Hoffenheims letzte Antwort: Lisann Kauts Distanzschuss landet in den Wolfsburger Wolken. Stina Johannes im Kasten der Gäste hat seit der 70. Minute nur noch mit Kälte zu kämpfen, nicht mit Schüssen.
Die Uhr tickt. Der Anschluss an Europa löst sich in Luft auf. Die TSG-Frauen verlassen den Platz mit hängenden Köpfen – nicht nur wegen der Niederlage, sondern weil sie wissen: Das war die beste Chance, den Zug noch zu erwischen. Nächste Woche geht’s nach Freiburg, am 29. März um 18:30 Uhr. Wer dann noch zögert, fliegt raus aus dem Top-Tempo.
Für Wolfsburg ist der Sieg ein Sechser im Lotto: drei Punkte, Popp-Ersatz eingewechselt, Lyon vor der Brust. Für Hoffenheim bleibt nur die bittere Erkenntnis: Wer nicht trifft, verliert – und wer verliert, darf im Sommer zuhause bleiben.
