Hoffenheim stolpert mit 0:5 in leipzig – ilzer spricht von tiefpunkt

Die TSG Hoffenheim hat sich in Leipzig selbst abgeschossen. 0:5 lautete die blutige Rechnung nach 90 Minuten, in denen die Kraichgauer nicht nur physisch, sondern auch mental kollabierten. Trainer Christian Ilzer brauchte nur einen Satz, um das Debakel auf den Punkt zu bringen: „Wir haben sie eingeladen, Tore zu machen.“

Ein tor und alles war weg

Die Partie war noch jung, da schlug RB Leipzig bereits zu. Das frühe 0:1 war kein einfacher Rückstand – es war ein K.o.-Schlag. „Das erste Tor hat uns den Stecker gezogen“, sagte Torhüter Oliver Baumann nach Abpfiff. Was folgte, war keine Reaktion, sondern ein Nachgeben. Zweikämpfe wurden gemieden, Räume klafften weit auf, und die Leipziger liefen sich in einen Rausch.

Ilzer wollte das nicht als Einzelfall abtun. Der Österreicher erkannte ein Muster: „Heute war ein Beispiel, wie man das Momentum verliert. Das war auch in den letzten Wochen so.“ Tatsächlich: Nach dem 1:5 in München folgte ein 3:0 gegen Freiburg – und dann nichts mehr. Gegen Köln, St. Pauli und Wolfsburg holte Hoffenheim magere vier Punkte. Nur das 4:2 in Heidenheim wirkte wie ein Strohfeuer.

Die tabelle lügt nicht – aber sie tröstet auch nicht

Die tabelle lügt nicht – aber sie tröstet auch nicht

Die TSG steht mit 43 Punkten auf Platz sieben, noch immer in Schlagdistanz zur Europa League. Doch das ist trügerisch. Die Formkurve zeigt nach unten, und die Konkurrenz aus Leverkusen, Stuttgart oder sogar Freiburg atmet im Nacken. Die Conference League mag sexy klingen, doch das echte Geld spielt sich in der Champions League ab. Und genau dorthin führt derzeit kein Weg mehr.

Ilzer sprach von einem „sehr bitteren Abend“ und einem „Tiefpunkt in dieser Saison“. Doch bitter ist das falsche Wort. Es ist realistisch. Wer so verteidigt wie in Leipzig, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die eigene Hälfte wie ein Geisterbahnhof aussieht.

Die Saison ist nicht verloren. Aber sie schlittert Richtung Bedeutungslosigkeit. Und das in einem Jahr, in dem Hoffenheim eigentlich den nächsten Schritt wollte. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, endet diese Geschichte nicht mit Europa, sondern mit Ernüchterung.