Atalan steht vorm aus: riegler lässt trainer-frage offen
Der Wolfsberger AC torkelt weiter durch die Qualifikationsgruppe, und mit ihm taumelt Ismail Atalan auf dem Rasen der Lavanttal Arena – allein, nass, vielleicht zum letzten Mal. Das 1:1 gegen Altach war die zwölfte Partie ohne Sieg, die zwölfte Warnung. Präsident Dietmar Riegler zuckt mit den Schultern: „Wir schauen intern.“ Kein Schulterschluss, kein Rückhalt. Ein Trainer im Regen, ein Klub im freien Fall.
Riegler zögert, atalan redet sich ab
Die Szene nach Abpfiff war bezeichnend: Atalan stapfte zielsuchend über den Platz, als suche er die Gründe für die Krise zwischen den Linien. Dann setzte er sich erneut auf die Bank, starrte ins Leere. Auf Sky fragte man Riegler nach der Konsequenz. Seine Antwort: „Wenn wir gewonnen hätten, wäre alles einfacher.“ Sportliche Logik in Reinform – und ein Satz, der Atalans Ende einläutet.
Der Coach selbst redet klein. „Es geht nicht um meine Person“, sagt er. Aber genau darum geht es. Acht Niederlagen, drei Remis, ein Sieg seit Weihnachten. Die WAC-Offensive trifft nicht, die Abwehr lässt Altach-Konterschnelle zu. Die einzige Konstante ist die Unbeständigkeit. Atalan fordert, man müsse „wöchentlich so spielen wie heute“. Die Frage ist nur: Reicht das, wenn das Spiel nicht belohnt wird?

Altach profitiert, gak jagt vorn
Während die Wolfsberger die Köpfe hängen lassen, feiert Ognjen Zaric einen „guten Punkt“. Altach hat unter ihm nur eine Pflichtspiel-Niedersteckung kassiert, der Abstand zu Ried beträgt bereits fünf Punkte. Die Vorarlberger haben einen Plan, den Wolfsbergern fehlt er.
Oben weg jagt der Grazer AK mit 5:1 in Tirol weiter. Ferdinand Feldhofer spricht von „großem Kompliment“, meint aber auch: „Es hätte noch höher ausfallen können.“ Drei Siege aus vier Spielen, sechs Punkte Vorsprung auf Blau-Weiß – der Aufstiegsfavorit sendet Signale, während der Cupsieger vom Vorjahr ins Bodenlose rutscht.
Die WSG Tirol, einst Herbstmeister, hat plötzlich nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Philipp Semlic spricht von einem „gebrauchten Tag“. Das ist gelinde ausgedrückt. Die Tiroler haben den Anschluss verloren – und vielleicht bald auch den Klassenverband.
Die Länderspielpause wird für Atalan zur Zitterpartie. Riegler wird intern schauen, die Mannschaft auch. Aber die Tabelle lügt nicht: Zwölf Spiele, zwölf Mal die bittere Wahrheit. Wer so lange nicht gewinnt, verliert am Ende nicht nur Punkte – sondern auch den Glauben. Und der ist in Wolfsberg seit Wochen im Regen versickert.
