Hofer trifft alles – reicht nicht fürs podest: perrot kürzt giacomel ab

Lukas Hofer legte in Kontiolahti einen Traum vor: 20 Kilometer, 20 Treffer, null Fehler. Doch der 36-Jährige spürte nach dem Zieleinlauf nur kalte Realität: Rang vier, 1:18 Minuten hinter dem Franzosen Éric Perrot, der sich mit dem Sieg die kleine Kristallkugel sicherte und Tommaso Giacomel in der Gesamtwertung auf 127 Punkte abdrängte.

Perrot nutzt giacomels fehlen, norwegen blockiert silber und bronze

Der 29-jährige Perrot zog davon, wo der Italiener fehlt. Giacomel, seit seiner Olympiakrönung wegen Herz-OP außer Gefecht, musste zusehen, wie der Franzose mit der zweiten Einzelweltcup-Siegen seiner Karriere die Disziplin-Wertung vorzeitig entschied. Dahinter landeten die Norweger Sturla Holm Lægreid und Vetle Christiansen auf den Plätzen zwei und drei – beide ebenfalls fehlerfrei, aber mit schnelleren Ski.

Hofer selbst schüttelte trotz Traumschießen den Kopf: „Vierter Platz schmeckt bitter. Wer anders behauptet, ist hier fehl am Platz.“ Die Zahlen sprechen für ihn: Erst einmal zuvor, in Nové Město im Januar, hatte er eine Einzel-Weltcup-Entscheidung ohne Fehler beendet. Zuletzt hatte 2014 Christian De Lorenzi als Italiener eine Null-Fehler-Einzel hingelegt.

Italiens staffel hofft auf befreiungsschlag

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Am Nachmittag steht die Herren-Staffel an. Patrick Braunhofer, Hofer, Nicola Romanin und Christoph Pircher wollen den Hebel umlegen. Für die Frauen gehen Lisa Vittozzi – nach 11. im Einzel nicht in Top-Form –, Hannah Auchentaller und Martina Trabucchi in die Massenstart-Wettbewerbe. Die Devise: Angriff statt Nachsicht.

Die Bilanz bleibt hart: Seit Giacomels Ausfall fehlt der italienischen Mannschaft der Turbo. Perrot dagegen brennt auf Gesamtkristall – und Hofer auf Revanche. Die Saison ist nicht vorbei. Aber der Druck steigt.