Hoeneß zieht die karte: kane bleibt, rekord fällt – und dann?
Uli Hoeneß spricht, der Rekord wackelt, Harry Kane lächelt. Noch zwei Partien, dann hat der FC Bayern die 101-Tore-Marke der Legendären Müller-Roth-Elf aus 1972 überholt. Der Ehrenpräsident will das 102. Tor persönlich sehen – und am liebsten aus dem Fuß seines Lieblingsstürmers. „Wer so eine Saison spielt, hat sich den Rekordschuss redlich verdient“, sagt Hoeneß im kicker-Gespräch. Die Worte klingen wie ein Befehl.
Keine ausstiegsklausel, kein thema: kanes zwischenstopp bis 2027
Die Klausel, einst bei 60 bis 70 Millionen Euro verhandelt, liegt unterschrieben in der Schublade. Kane hat nicht gezückt. Für Hoeneß ein Indiz: „Er fühlt sich hier richtig wohl, Familie auch.“ Die Arena tobt, die Tore hageln, der Engländer schießt sich in Bestform. Warum also weg? Der 74-Jährige lacht verschmitzt: „Klar, wenn ein Scheich morgen mit Koffern voller Petro-Dollars anklopft … aber selbst dann glaube ich, würde Harry fragen: Brauche ich das wirklich?“
Die Zahlen sprechen für sich: zehn Treffer bis zur Lewandowski-Bestmarke, vier Treffer bis zur 101. Team-Bude. Noch sieben Spieltage Zeit. Hoeneß schwärmt von einer Offensive, die bei 5:0 nicht aufhört, „weil sie das sechste, siebte, achte Tor will“. Sein Urteil: „Dieser Rekord wird eine Ewigkeit halten.“ Und der Mann, der ihn vollstreckt, könnte noch viel länger bleiben.

„Mindestens drei, vier jahre auf diesem niveau“
Der Körper ist 32, die Zahlen 25, der Ehrgeiz unermesslich. Hoeneß sieht Kane morgens im Leistungszentrum, abends in der Reha, nachts bei den Physios. „Perfekte Profi-Haltung“, schwärmt er. Deshalb prophezeit er dem Stürmer nicht nur den Rekord, sondern auch eine Zukunft bis weit nach 2027. „Wenn er so weitermacht, kann er auf diesem Niveau mindestens noch drei, vier Jahre spielen.“
Für den FC Bayern wäre das ein Glücksfall: ein Weltstar, der nicht nur Tore schießt, sondern auch Marketing-Einnahmen, TV-Gelder und Sponsoren magnetisch anzieht. Für Hoeneß ein klares Signal: „Wir müssen alles tun, um ihn langfristig zu halten.“ Die Gespräche laufen, heißt es hinter den Kulissen. Die Karten liegen offen auf dem Tisch – und Harry Kane hat den nächsten Pass bereits im Blick.
