Hoeneß packt aus: aberglaube und nervosität beim champions-league-finale!
München – Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, hat im Nachgang zum dramatischen Hinspiel gegen Paris Saint-Germain ein ungewöhnliches Geständnis gemacht: Er verzichtete bewusst auf die Reise nach Paris, um das „Momentum“ seiner Mannschaft zu bewahren. Ein Blick hinter die Kulissen eines sportlichen Aberglaubens und eine offene Einschätzung der Bayern-Chancen im Rückspiel.
Hoeneß‘ ungewöhnliche auswärtstaktik
Während die Welt Zeuge eines torreichen Spektakels wurde, verfolgte Hoeneß das Spiel lieber gemütlich zu Hause am Tegernsee. „Das hatte ein bisschen mit Aberglauben zu tun“, erklärte er im Interview mit DAZN. Karl-Heinz Rummenigge und er seien bei keinen Auswärtsspielen des FC Bayern dabei gewesen, und die Spieler hätten ihm geraten, nicht mitzureisen, um kein „Seuchenvogel“ zu werden. Eine humorvolle Erklärung, die aber die Bedeutung der mentalen Stärke im Profifußball unterstreicht.

Die nervöse wartephase und die zuversicht
Auch im Hause Hoeneß herrschte während des Spiels Hochspannung. „Wenn Sie mich und meine Frau in unserem Wohnzimmer erlebt hätten – das war ähnlich hektisch wie im Spiel“, beschrieb er die Atmosphäre. Direkt nach dem Schlusspfiff des Schweizers Sandro Schärer war er „sehr nervös“, doch diese Nervosität wich schnell der Zuversicht. „Unsere Jungs sind ja schon oft zurückgekommen“, betonte er und verwies auf die hohe Rückstandsfähigkeit der Bayern. Eine Verlängerung, die aufgrund der zahlreichen Verletzungen und Krämpfe in der Pariser Mannschaft möglicherweise noch mehr hätte hervorbringen können – ein kleiner Hoffnungsschimmer vor dem Rückspiel.

Kompany‘s aussetzer und die bayern-fans
Besonders beeindruckt zeigte sich Hoeneß von der mutigen Spielweise von Paris Saint-Germain unter Trainer Vincent Kompany. „Man muss Kompany bewundern, dass er in Paris so offensiv spielen lässt – das war der Wahnsinn.“ Dennoch sah er den „Knackpunkt“ im unglücklichen Handelfmeter kurz vor der Pause, der die Stimmung im Pariser Team negativ beeinflusste. Hoeneß vermisste Kompany in dieser Situation sehr, der aufgrund seiner Sperre nicht eingreifen konnte.
Das Verhältnis zwischen Bayern und PSG hat sich verändert, so Hoeneß. „Wir waren immer gegeneinander, aber sind jetzt näher zusammengewachsen.“ Er kündigte ein gemeinsames Mittagessen mit den Verantwortlichen von PSG am Mittwoch an, ein Zeichen für die wachsende sportliche Höflichkeit zwischen den Klubs.

Hakimi als wunschtransfer?
Gerüchte über einen möglichen Transfer von Achraf Hakimi zu den Bayern weckt Hoeneß‘ Begeisterung. „Achraf Hakimi, den würden wir sofort nehmen, weil er bei uns gut reinpassen würde.“ Der marokkanische Nationalspieler zeigte im Hinspiel eine starke Leistung, bevor ihn eine Verletzung vom weiteren Spielbetrieb ausschloss.

Die münchner sind bereit
Die Fans in München stehen hinter ihrer Mannschaft. „Gott sei Dank bin ich grundsätzlich erst zwei bis drei Stunden vor dem Spiel richtig nervös und hektisch“, so Hoeneß. Die Tatsache, dass die Bayern „vermutlich problemlos 500.000 Karten hätten verkaufen können“, zeige eine „sehr interessante Entwicklung“ und belege die Leidenschaft der Bayern-Anhänger. „Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass unser Publikum eine wirklich große Hilfe ist“, betonte er und erinnerte an die beeindruckende Unterstützung bei der Partie gegen Real Madrid. Das Momentum liegt beim FC Bayern, nicht bei Paris. Ein 3:1 oder ein Unentschieden sind denkbar, aber sollte der Sieg gelingen, dann wird es kein Feuerwerk geben – „vier, fünf Tore fallen da nicht.“
