Hodgson kehrt mit 78 zurück: bristol city holt urgestein aus dem ruhestand
Roy Hodgson ist wieder da. Drei Monate nach seinem Abschied von Crystal Palace sitzt der 78-Jährige erneut auf der Bank – diesmal beim abstiegsbedrohten Bristol City. Der Championship-Klub löste den Vertrag von Gerhard Struber auf und verpflichtete den Altmeister für die restliche Saison.
Der plan: sieben spiele, ein neuanfang
Die Mission klingt simpel, ist aber alles andere als leicht. Bristol City holt Hodgson nicht, um Träume vom Aufstieg zu kultivieren. Der Klub liegt nach neun sieglosen Partien auf Rang 16, zwölf Punkte hinter den Play-off-Plätzen. Die Rechnung: Sieben Spiele, so viele Punkte wie möglich – und eine Kultur, die endlich wieder nach oben zeigt.
„Roy versteht es, Teams in Turbulenzen zu stabilisieren“, sagt ein Insider aus dem Ashton Gate. „Er spricht nicht lange, er handelt.“ Das haben Spieler wie Eberechi Eze oder Wilfried Zaha in London erlebt. Unter Hodgson stieg Palace 2020 aus der Abstiegszone in die obere Tabellenhälfte.

Die vita: 48 jahre, 22 klubs, drei länder
Sein erster Job begann 1976 beim schwedischen Halmstads BK. Seitdem absolvierte Hodgson 22 Stationen – vom Inter-Mailand der Ronaldo-Ära bis zur englischen Nationalmannschaft bei der WM 2014. Er spricht fünf Sprachen, gilt als Taktik-Nerd und schläft noch heute mit Spielnotizen auf dem Nachttisch.
Bristol ist kein Neuland. Bereits 1982 coachte er die Robins, damals noch in der drittklassigen Third Division. „Er kennt die Gänge, die Flure, die Mentalität“, heißt es im Verein. „Das spart Wochen der Eingewöhnung.“

Die stunde der wahrheit beginnt samstag
Erstes Spiel: Auswärts bei Sheffield United, Tabellendritter. Dann folgen Duelle gegen Coventry, Cardiff und Middlesbrough – alles Teams, die sich ebenfalls im Drehkreuz zwischen Hoffnung und Panik bewegen. Die Fans fordern keine Wunder, sie fordern mehr Kampf. Die letzten neun Spiele brachten nur drei Treffer.
Hodgsons Gehalt? Stillschweigen. Die Laufzeit? 93 Tage, bis zum Saisonende. Danach steht ein neues Kapitel an – entweder mit oder ohne den ältesten Coach der Liga. Die Statistik spricht für ihn: Kein einziger Abstieg in 48 Jahren. Bristol City hofft, dass diese Serie anhält.
