Historischer triumph: deutscher holt college-basketball-krone!
Ann Arbor, Michigan – Die Michigan Wolverines haben im Finale der diesjährigen College-Basketball-Saison gegen die UConn Huskies einen nervenaufreibenden Sieg errungen! Vor 70.000 begeisterten Zuschauern sicherten sich die Wolverines mit 69:63 den Titel der „March Madness“. Ein besonderer Grund zur Freude: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stand wieder ein deutscher Spieler im Siegerteam – Malick Kordel!
Ein bankplatz, große hoffnung
Der 2,18-Meter-Mann aus Oberhausen, der in seinem ersten Jahr an der NCAA eine wertvolle Ergänzung darstellt, saß im Finale zwar nur auf der Bank, doch sein Beitrag zum Gesamterfolg darf nicht unterschätzt werden. Kordel scheint in den USA zu bleiben, was für die deutsche Basketball-Szene ein positives Zeichen ist. Doch während für ihn ein vielversprechender Karriereweg beginnt, endet für viele andere Top-Talente nach vier Jahren im College die Zeit.

Nil-deals und die rückkehr der talente
Die Zeiten haben sich geändert. Dank der sogenannten NIL-Deals, die den Spielern lukrative Gehälter ermöglichen, strömen deutsche Basketball-Hoffnungen in Scharen in die USA. Das ist gut für die Liga, denn die ersten Spieler kehren nun wieder zurück, um in der Easycredit Basketball Bundesliga zu spielen.

Experten warnen vor zu viel euphorie
Doch nicht jeder ist von dem Trend begeistert. Spielerberater Jan Jagla (44) mahnt im Podcast „Dyn Timeout“ zur Vorsicht. „Ich glaube nicht, dass es am Ende des Tages so viele Spieler gibt, die wirklich BBL-relevant sind“, so der Ex-Nationalspieler (141 Länderspiele). Er schätzt, dass jährlich nur fünf bis acht Spieler den Sprung in die Bundesliga schaffen werden.

Koroma, rataj und co.: wer kehrt zurück?
Zu den Spielern, die Jagla als BBL-relevant einschätzt, gehört auch Dwayne Koroma (24/UConn), der Vize-Champion. Der Berliner Center, der sechs Jahre an verschiedenen Colleges verbrachte, ist zwar kein herausragender Scorer, aber seine Defensivqualitäten könnten für deutsche Teams interessant sein. Jagla rät ihm, sich an Dennis Rodman zu orientieren: „Er muss eine erstklassige Defensive spielen und sich voll einsetzen!“
Flügelmann Michael Rataj (22/Baylor) hat bereits einen Vertrag bei Alba Berlin unterschrieben, möchte aber noch einen Versuch wagen, sich für den NBA-Draft zu empfehlen. Auch Christoph Tilly (23/Ohio State) scheint den Traum von der NBA noch nicht aufgegeben zu haben. Jagla hält es jedoch für wahrscheinlicher, dass beide in Europa spielen werden, da ihnen die „Elite-Fertigkeit“ fehlt, die NBA-Teams suchen – vor allem ein herausragendes Schussvermögen.
Euroleague-potenzial für tilly?
Tilly (2,13 Meter) könnte laut Jagla sogar das Potenzial für die Euroleague haben, „aber nicht im ersten Jahr“. Er empfiehlt ihm, zunächst einen Schritt zurückzutreten, sich an das europäische Niveau zu gewöhnen und seinen Wurf zu stabilisieren.
Auch Lamin Sabally (23/Iona), der Bruder der Berliner WNBA-Stars Satou (27) und Nyara (26), könnte in der BBL eine Chance erhalten. Seine Energie und sein Zug zum Korb sind beeindruckend, auch wenn seine Trefferquote von Dreiern noch ausbaufähig ist.
Neben diesen Namen gibt es auch Lennart Weber (23/Bryant), der im Nachwuchs des FC Bayern spielte, sowie Alexander Richardson (22/Loyola), der bereits in der zweiten Bundesliga spielte. Daniel Helterhoff (23/Rider) und Collin Metcalf (Maryland) werden hingegen wohl keine BBL-Karriere starten.
Die Rückkehr der deutschen Talente aus den USA ist ein spannender Entwicklungsschritt für den deutschen Basketball. Ob sie tatsächlich den Erwartungen gerecht werden können, wird sich zeigen – aber die Hoffnung auf neue Stars in der BBL ist geweckt!
