Hezonja: nba-poker um euroliga-titel?
Die Gerüchte schüren die Ungewissheit: Mario Hezonja, Leistungsträger des Real Madrid, könnte bereits im Sommer die europäische Bühne verlassen und in die NBA zurückkehren. Ein Wechsel, der die Fans des spanischen Rekordmeisters in Atem hält und die Frage aufwirft, wie sich dieser Schritt auf die ambitionierten Ziele des Teams auswirken wird.
Raznatovics andeutungen und hezonjas ausweichklausel
Misko Raznatovic, der neue Berater von Hezonja und gleichzeitig auch von Sergio Scariolo, warf erst am Wochenende einen Stein ins Wasser. In einem Interview mit kroatischen Medien deutete er an, dass die Wahrscheinlichkeit eines NBA-Wechsels des Spielers „real und sogar größer ist, als viele Basketballfans vermuten“. Diese Aussage, gepaart mit Hezonjas eigenen Andeutungen während der Reise des Real Madrid nach Griechenland, lassen den Wechsel plötzlich sehr greifbar erscheinen.
Hezonja selbst spielte auf die in seinem Vertrag enthaltene Ausstiegsklausel an, die ihm den Weg in die NBA ermöglicht. „Das ist etwas, das vielen Spielern passiert, und wir werden sehen, was passiert. Es ist eine zusätzliche Klausel im Vertrag. Es bedeutet nicht, dass es passieren wird, aber sie existiert“, erklärte er ausweichend. Diese Formulierung lässt Raum für Spekulationen und befeuert die Gerüchteküche zusätzlich.
Auch Scariolo bestätigte die Existenz der Klausel und betonte, dass alle Beteiligten sich der Möglichkeit bewusst seien. „Mario hat im Sommer die Option, in die NBA zu wechseln, und das ist jedem bewusst. Er macht eine gute Saison, und ich weiß nicht, welche Entscheidung er treffen wird“, so der Coach.

Die finanziellen aspekte und mögliche ziele
Die Ausstiegsklausel für die NBA ist mit einer Ablösesumme von einer Million Euro versehen, wobei sich der neue Verein die Kosten in der Regel teilt (oftmals 850.000 Euro trägt der neue Arbeitgeber). Einziger Haken: Für europäische Vereine gibt es keine vergleichbare Klausel. Ein Wechsel in die Euroliga wäre daher deutlich komplizierter und würde entweder Verhandlungen mit Real Madrid erfordern oder den Umweg über die NBA einschlagen – also erstmal in die NBA wechseln, um dann per Transfer in ein europäisches Team zu gelangen.
Gerüchte ranken sich bereits um mögliche NBA-Klubs, während internationale Medien Namen wie Hapoel Tel Aviv und insbesondere Dubai Basketball ins Spiel bringen. Die Frage ist: Lohnt sich der Wechsel wirklich?

Vergangenheit und zukunftsgedanken
Hezonja betonte mehrfach seine Zuneigung zu Madrid und hob die Bedeutung des Vereins für seine Karriere hervor. „Das Wichtigste ist meine Liebe zu Madrid. Das Erbe, Real Madrid, meine Karriere… Großartige Dinge beginnen hier für mich. Wir werden sehen, was im Sommer passiert, was im nächsten Jahr passiert, und in zwei Jahren werde ich hier einen langfristigen Vertrag haben. Meine Familie und ich sind sehr glücklich in Madrid, mit der Organisation und der Stadt“, so der Flügelspieler. Diese Aussage steht jedoch im krassen Widerspruch zu früheren Äußerungen, als er noch einen Wechsel zu Barcelona in Erwägung zog, bevor er sich letztendlich für eine Verlängerung bei Real Madrid entschied.
Die letzte Saison war bereits von Unsicherheiten geprägt. Hezonja gestand, dass er damals bereits Gespräche über einen Abgang geführt hatte, diese aber aufgrund der bevorstehenden Playoffs gegen Olympiakos abgebrochen hatte. Ein Schachzug, der sich letztendlich als Fehlentscheidung erwies, da Real Madrid die Serie gegen Olympiakos verlor und das Final Four verpasste. Ob Hezonja den gleichen Fehler begehen wird, bleibt abzuwarten.
