Hertha schießt hohen neuendorf ab, union ii schlägt erfurt – berliner frauen lassen punkte regnen
Die Frauen-Regionalliga Nordost erlebte einen Sonntag, der alles andere als langweilig war. Hertha BSC verwandelte das Hanns-Braun-Stadion in eine Festmeile, Union II zog in Oberspree die Notbremse und Türkiyemspor ging in Leipzig unter – ein Spieltag mit allem, was Fußball ausmacht: Tore, Emotionen und ein paar blutige Nasen.
Hertha legt nach der pause den turbo ein
Die ersten 45 Minuten waren ein Geduldsspiel. Hohen Neuendorf stellte sich tief, kompakt und ließ kaum Lücken. Doch nach dem Seitenwechsel schaltete Hertha einen Gang höher. Elfie Wellhausen traf zum 1:0 – und das war das Signal. Die Blau-Weißen schalteten von Verteidigen auf Angriff um, was sich binnen Minuten bemerkbar machte. Am Ende leuchtete die Anzeigetafel: 5:0. Die Tabellenführung bleibt in Berlin – und das mit Style.
Trainerin Melina Reuter war sichtlich erleichtert: „Wir haben geduldig gespielt, sind nicht unruhig geworden. Das war der Schlüssel.“ Die Fans feierten ihre Spielerinnen, als wäre der Aufstieg schon beschlossene Sache. Noch ist es nicht soweit, aber der Vorsprung wächst.

Union ii dreht den spieß in fünf minuten
Bei Union II ging es weniger spektakulär zu – aber umso effektiver. 74 Minuten lang liefen die Köpenickerinnen dem Führungstor hinterher. Dann kam Hannah Kratz. Ihr Treffer war nicht nur das 1:0, sondern auch der Startschuss für einen Kurzfilm aus Berlin. Carla Okoro erhöhte zwei Minuten später auf 2:0. Erfurt stand wie gelähmt. In der fünften Minute der Nachspielzeit setzte Elisabeth Steiner den Schlusspunkt. 3:0 – mehr war nicht drin, aber auch nicht nötig.
Die drei Punkte halten Union II weiter oben dran. Die Ansprüche wachsen, aber die Mannschaft wirft sich nicht aus der Bahn. „Wir wissen, was wir können. Und wir wissen, was noch auf uns zukommt“, sagte Kapitänin Sandra Weihmann nach dem Spiel. Kein Pathos, nur klare Kante.

Magdeburg bestraft potsdams nachlässigkeit
Turbine Potsdam II hatte die Partie gegen Magdeburg eigentlich schon in der Tasche. Helene Duwe und Lucia Stritzke sorgten vor der Pause für eine komfortable 2:0-Führung. Doch die Magdeburgerinnen kamen zurück. Amy Cienskowski und Charlotte Klein trafen – und plötzlich war die Luft raus. Die Partie kippte, wurde ruppig. Zwei Gelb-Rote Karten schürften zusätzlich die Stimmung. Am Ende stand ein 2:2, das sich für Potsdam wie eine Niederlage anfühlte.
Trainerin Lina Hänsel war offen für Selbstkritik: „Wir haben das Spiel nicht runtergespielt, sondern hergeschenkt.“ Die Punkte wurden geteilt – aber die Lektion ist klar: Führungen sind in der Regionalliga keine Garantie.
Leipzig überrollt türkiyemspor
Während in Berlin gefeiert wurde, erlebte Türkiyemspor einen Katastrophennachmittag in Leipzig. Schon nach elf Minuten lag das Team zurück – und es sollte noch schlimmer kommen. RB Leipzig II spielte sich in einen Rausch. Drei Tore vor der Pause, drei weitere nach dem Seitenwechsel. 6:0 lautete die endgültige Quittung für eine Mannschaft, die an diesem Tag nichts zusammenbrachte.
Die Berlinerinnen wirken erschüttert. Die Defensive wirkte wie ein Schweizer Käse, die Offensive fand kein Mittel. Trainerin Deniz Çelik sprach von einem „Blackout kollektiven Ausmaßes“. Die Saison ist noch lang, aber der Stoff für Albträume ist da.
Der Spieltag ist vorbei, die Tabelle kennt keine Gnade. Hertha und Union II setzen sich ab, während die Verfolger straucheln. In zwei Wochen geht es weiter – und die Berlinerinnen wissen: Der nächste Schlag kann jederzeit kommen.
