Hertha ii kassiert nächsten dämpfer – erfurt dreht frühen rückstand in sieg

6.143 Zuschauer im Steigerwaldstadion sahen am Freitagabend, wie die Reserve von Hertha BSC nach fulminanten ersten 30 Minuten mit leeren Händen dastand. Der 2:3-Auswärtserfolg des FC Rot-Weiß Erfurt katapultiert die Berliner U23 in die Krise: drei Pleiten in Serie, nur noch sieben Punkte Puffer zum Abstiegsstrudel.

Blitzstart der hauptstädter wird zur falle

Oliver Rölke traf bereits in der 10. Minute und ließ die Berliner Anhänger auf der Gästetribüne jubeln. Doch der frühe Vorsprung täuschte. Lucas Falcao, einst bei Viktoria Berlin im Einsatz, glich aus (20.). Und dann rissen die Thüringer das Spiel an sich: Marco Wolf nutzte eine Unachtsamkeit in der Hertha-Abwehr (23.), Obed Ugondu ließ Keeper Anton Kipp flach aussteigen (30.).

Die Gouram-Connection brachte nochmals Spannung. Soufian Gouram verkürzte kurz vor der Pause, doch die zweite Hälfte wurde zur Zitterpartie. Erfurt ließ Konterchancen liegen, Hertha fand keine Lücke. Trainer Ante Čović sprach nach Abpfiff von „Konditionslücken“ und „fehlender Cleverness im Umschaltspiel“. Die Tabelle lügt nicht: Platz 11, 30 Zähler, Trend nach unten.

Horror-armbruch im stadtduell unterbricht partie 45 minuten

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Parallel lieferte sich der BFC Dynamo ein 1:1 gegen die VSG Altglienicke, doch die Schlagzeile lieferte ein tragischer Unfall. Valdemar Sadrifar stürzte nach dem Ausgleichstor von Jan Shcherbakovski (80.) unglücklich auf den Oberarm – Knochenbruch, sichtbar für alle. Die Folge: fast drei Viertelstunden Spielunterbrechung, Seelenmassage für Teamkollegen, Pfiffkonserve in den Tribünenwindschatten.

Mehmet Ibrahimi hatte Altglienicke zuvor in Führung geschossen (61.), das erste Spiel ohne den entlassenen Coach Ersan Parlatan. Der neue Interimstrainer ließ die Kabine nicht einmal zehn Sekunden nach dem Unfall betreten, um seine Spieler zu schützen. Die Punkteteilung nützt beiden Teams wenig: Dynamo hängt im Mittelfeld fest, Altglienicke verpasst den Sprung auf einen Aufstiegs-Relegationsplatz.

Die Regionalliga Nordost bleibt ein Pulverfass. Am Samstag folgen die nächsten Brisanz-Duelle. Für Hertha II heißt es danach: Abstiegskampf statt Talente-Schmiede. Der Klassenverbleib ist alles andere als gesichert.