Hertha bsc: der aufstieg, der zur enttäuschung wurde
Berlin steht Kopf – und zwar nicht im positiven Sinne. Hertha BSC, einst gefeiert als Aufstiegskandidat Nummer Eins, steckt nun in einer tiefen Krise der Selbstfindung. Die Saison 2025/26, die mit der lautstärksten Ankündigung eines Aufstiegs in den letzten Jahren begann, endet mit einem erschütternden Gefühl der Vergeblichkeit.
Die ziele waren klar: aufstieg um jeden preis
Vor Saisonbeginn schmetterten die Verantwortlichen des Hauptstadtklubs mit Ansage die Erwartungen in den Raum: Aufstieg in die Bundesliga! Ein ehrgeiziges Ziel, das mit einem entsprechenden Budget und einer vermeintlich schlagkräftigen Mannschaft unterstrichen wurde. Präsident Fabian Drescher, Trainer Stefan Leitl und Geschäftsführer Ralf Huschen waren sich einig: „Wir haben die Mittel, um unter die Top Drei zu kommen. Das sportliche Ziel muss es also sein, aufzusteigen.“ Ein kühner Plan, der jedoch am Boden der Realität scheiterte.
Die Verpflichtung von Routiniers wie Paul Seguin und Dawid Kownacki signalisierte den Anspruch, eine erfahrene Mannschaft zu formen. Doch die Vorbereitung verlief alles andere als optimal, geprägt von Verletzungen und internen Unruhen. Ein fatales Zeichen, das die Saison vorzeitig verdunkelte.
Die bittere Wahrheit: Hertha war nicht bereit

Ein horrorstart und die suche nach einer spielidee
Der Saisonstart glich einem Albtraum. Zwei Punkte aus vier Spielen – ein Ergebnis, das die Verantwortlichen in Panik versetzte. Leitl reagierte mit einem Systemwechsel, doch die Probleme blieben bestehen. Die Berliner wirkten lustlos, ideenlos und taktisch ungeschickt. Die Siegesserie zwischen Oktober und Dezember ließ kurz Hoffnung aufkeimen, doch die Konstanz blieb aus. Hertha spielte bestenfalls Achter und Bleicher.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Ballbesitz Platz elf, bei genauen Pässen Platz zwölf – Hertha gehörte ligaweit zum Tabellenmittelfeld. Die Offensive wirkte harmlos, die Defensive war alles andere als unüberwindbar. Es fehlte an einer klaren Spielidee, an Automatismen, an der Leidenschaft, die einen Aufstiegskampf erst richtig entfachen kann.
Leitl hatte keine Antwort auf die lähmende Schwäche

Die frage nach der zukunft: ein neuanfang ist unausweichlich
Die Enttäuschung ist groß, die Zukunft ungewiss. Hertha BSC steht vor einem Scherbenhaufen. Die Verantwortlichen müssen sich eingestehen, dass der Weg in die Bundesliga mit der aktuellen Strategie nicht zu realisieren ist. Ein radikaler Neuanfang ist unausweichlich. Die Spieler, die Verantwortlichen, die Fans – alle müssen sich fragen, was schiefgelaufen ist und wie es weitergehen soll.
Die Saison 2025/26 war eine Lektion. Eine teure Lektion. Hertha BSC muss erkennen, dass Erfolg im Fußball mehr erfordert als nur Geld und gute Absichten. Es braucht eine klare Vision, eine starke Führung und eine Mannschaft, die bereit ist, alles zu geben – und das über eine ganze Saison hinweg. Die Zukunft wird zeigen, ob die Berliner aus ihren Fehlern lernen und den Weg zurück in die Bundesliga finden.
