Heidelberg rettet sich in letzter sekunde – trier verspielt playoff-chance

18 Sekunden vor Schluss stand Ryan Mikesell an der Freiwurflinie, die Stimme des ganzen Neckarversums im Kopf. Er traf beide. 71:69. MLP Academics Heidelberg beendet eine Serie von vier Niederlagen und schlägt die Gladiators Trier mitten in deren Playoff-Träumen. Der Tabellenvorletzte lebt – und wie.

Der 16-punkte-absturz und das wunder von der linie

45:36 stand es zur Pause, Heidelberg dominierte, Trier wirkte ideenlos. Dann der Kollaps: Trier presste, Heidelberg wackelte, ein 16-Punkte-Vorsprung schmolz auf zwei Zähler zusammen. Marten Linssen versenkte den Korbleger, 69:69, 37 Sekunden noch. Carlo Finetti nahm seine letzte Auszeit, ohne Maske, aber mit der Ruhe eines Mannes, der schon öfter am Abgrund stand. „Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht aufgeben“, sagte er später, und man hörte den Atem seiner Spieler noch in jedem Wort.

Mikesell traf, Trier verwarf, Heidelberg jubelte wie nach einem Titel. Die Gladiators kassieren ihre dritte Pleite in Serie, rutschen auf Platz acht – und plötzlich ist der direkte Playoff-Platz nur noch Theorie. Linssen war mit zwölf Punkten ihr bester Mann, aber am Ende stand er mit leeren Händen da, während die Heidelberg-Fans ihre Trikots schwenkten, als gäbe es morgen kein Training mehr.

Die saison ist noch lang – aber die uhr tickt lauter

Heidelberg hat nun zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, Trier muss nachrechnen: Noch vier Spiele, zwei gegen die Top-Teams. Die Gladiators haben die Playoff-Qualifikation noch selbst in der Hand, doch die Niederlage schmeckt nach verpasster Chance. „Wir haben uns um den Sieg gebracht, nicht um die Niederlage“, sagte Trier-Coach Igor Jovovic, und seine Stimme klang, als hätte jemand das Zeitspiel vergessen.

Für Heidelberg ist der 71:69-Sieg mehr als zwei Punkte. Es ist die Bestätigung, dass die Saison noch nicht gestorben ist. Am Freitag geht’s nach Göttingen, dann kommt Ulm. Wenn Mikesell so trifft, wenn Finetti so redet, dann kann aus der neuen Hoffnung vielleicht doch noch der alte Traum werden: Klassenerhalt – und ein Sommer ohne Zitterpartie.