Arsenal kommt: leverkusen muss sich gegen rekord-eck-monster wehren

Mittwoch, 18.45 Uhr, BayArena – da fliegt nicht irgendeine Ecke rein, sondern die wahrscheinlich tödlichste der Saison. Arsenal hat in der Premier League bereits 16 Mal nach einem Eckball getroffen, so viel wie noch nie ein englischer Klub in einer Spielzeit. Bayer muss die Flanke parieren, sonst ist schon das Hinspiel gelaufen.

Die zahlen, die xabi alonso nicht schlafen lassen

Bevor die Werkself in Freiburg das 3:3 kassierte, hatte sie in elf Bundesliga-Partien vier Gegentore nach Ecken hinnehmen müssen. Danach nur noch eins – ein kleiner Sieg, aber eben nur ein statistischer. Denn jetzt kommt Arsenal, und die Gunner behandeln Standards wie Strafen: jede Ablage sitzt, jeder Laufweg ist geprobt, jeder Kopfball ein potenzielles Instagram-Highlight.

Die Londoner schlagen die Ecke kurz, lassen zwei Mann über die Außen sprinten, ziehen den Ball zurück – und plötzlich steht William Saliba völlig blank am zweiten Pfosten. Das ist kein Zufall, sondern ein Skript. Mikel Arteta hat dafür einen eigenen Analysten angeheuert, der nichts anderes macht, als Standardvarianten zu codieren. Leverkusen hat dagegen in dieser Woche nur vier Tage Zeit, um die Muster zu entschlüsseln.

Grimaldo glaubt trotzdem an den paukenschlag

Grimaldo glaubt trotzdem an den paukenschlag

„Wir sind in der Arena stark“, sagt Alejandro Grimaldo nach dem Freiburg-Spiel. Gemeint ist: keine Niederlage seit September, 19 Tore in den letzten fünf Heimspielen. Doch die Pille kommt diesmal nicht von Vincenzo Grifo, sondern von Bukayo Saka, der die Ecke so scharf schneidet, dass sie fast Karacho hat. Und wenn Gabriel oder Kai Havertz hochsteigt, sind 1,93 m Leverkusener Abwehrreihäuschen plötzlich 10 Zentimeter kleiner.

Die Lösung? Alonso probierte in der Trainingseinheit am Montag eine Mischung aus Man- und Zonenmarkierung. Edmond Tapsoba soll den ersten Kontakt erzwingen, Exequiel Palacios den zweiten Ball klären. Die Frage ist nur: Wer blockt den kurzen Pass, wenn Saka stattdessen direkt auf den kurzen Pfosten flankt? Genau diese Variante führte beim 4:1 gegen Newcastle zum vierten Eckballtor – binnen zwölf Minuten.

Die Werkself kann einen Gewinn mitnehmen, wenn sie drei Dinge schafft: keine Fouls im Mittelfeld, keine Nachlässigkeit beim ersten Abpraller – und einen Tag später keine roten Augen. Denn wer nach 20 Uundehen gegen Arsenal noch die Linie findet, darf sich Mittwochabend selbst feiern. Sonst heißt es im Rückspiel: 0:1 auswärts, und die Mission ist so gut wie beendet.