Heeslingen: 'gigi' gies führt überraschungsteam an die spitze!

Heeslingen – Ein Name hallt in der Oberliga Niedersachsen derzeit wider: Jeroen Gies. Doch alle nennen ihn 'Gigi', eine Anspielung auf den italienischen Fußball-Titan Gianluigi Buffon. Der Kapitän des Heeslinger SC ist nicht nur ein Fels in der Brandung im Tor, sondern auch der Ruhepol und Anführer einer Mannschaft, die überraschend die Spitze der Tabelle angreift.

Die geschlossenheit macht den unterschied

Während andere Teams in der Oberliga Niedersachsen mit individuellen Stars spielen, setzt Heeslingen auf ein ungemein starkes Kollektiv. „Wir sind eine gute Einheit, eine eingeschworene Truppe“, betont Gies. Und das merkt man: Jeder kämpft für jeden, gibt das entscheidende Prozentchen mehr. Das ist es, was uns auszeichnet.“ Der Teammanger Kevin Rehling stimmt zu: „Andere Mannschaften mögen vielleicht mehr individuelle Klasse haben, aber wir haben diese unglaubliche Geschlossenheit, die den Unterschied macht.“

Die Geschichte von 'Gigi' Gies ist bemerkenswert. Während seiner Zeit bei Werder Bremen erhielt er den Spitznamen von seinen Teamkollegen, die sich den vollen Namen Jeroen nicht immer merken konnten. Wie Buffon, der lange Jahre Kapitän der italienischen Nationalmannschaft und Juventus Turin war, trägt Gies aktuell die Kapitänsbinde in Heeslingen. Ein Vergleich mit dem italienischen Rekordnationalspieler ist natürlich vermessen, aber die Bedeutung Gies' für den Amateurverein ist unbestritten.

„Er ist ein überragender Torwart und ein überragender Typ“, schwärmt Rehling. „Er hat uns schon so viele Bälle rausgeholt und Punkte gerettet. Für mich ist er einer der Toptorhüter der Liga.“

Überraschungserfolg nach der winterpause

Überraschungserfolg nach der winterpause

Vor der Saison hatten nur wenige Heeslingen auf der Rechnung, als ernsthaften Aufstiegskandidaten. Delmenhorst, Egestorf, Wilhelmshaven oder Bersenbrück wurden genannt. Doch der HSC präsentierte sich nach der Winterpause in herausragender Form und holte aus 18 möglichen Punkten 15. Der Sieg gegen Braunschweig, die Überraschungssiege gegen Meppen, Egestorf und Wilhelmshaven – Heeslingen ist in Topform.

Selbst die einzige Niederlage in diesem Jahr gegen das abgeschlagene Schlusslicht Holthausen Biene wird als kleiner Dämpfer abgetan. Noch beeindruckender ist die Art und Weise, wie das Team gegen die vermeintlichen Favoriten auftritt. Im November unterlag Atlas Delmenhorst trotz Pausenführung mit 2:3 in Heeslingen. Das Momentum lag stets auf der Seite des HSC.

Kein aufstiegsdruck, nur der spaß am spiel

Kein aufstiegsdruck, nur der spaß am spiel

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist die Unbekümmertheit. „Wir haben nicht den Zwang, aufzusteigen“, erklärt Rehling. „Wir haben die Lizenz eingereicht, aber das haben wir die letzten fünf Jahre auch. Wenn es klappt, klappt es, wenn nicht, dann nicht.“ Der Druck fehlt, und das spiegelt sich im Spiel wider. Der HSC verfügt über die beste Offensive der Liga und eine stabilisierte Defensive, nicht zuletzt dank der Leistungen von Jeroen Gies.

Mit dem neuen Trainer Nico Matern steht ab der kommenden Saison ein frischer Wind auf dem Trainerbank. Gies selbst hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. „Ich habe jetzt verlängert und verlängere einfach noch zehn weitere Jahre, bis ich nicht mehr kann. Die Lust ist immer da“, grinst der Kapitän. Ob es dann bei 42 Jahren noch weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Die Rahmenbedingungen für die Regionalligateilnahme wären gegeben, der Kader bleibt weitgehend zusammen. Der HSC traut sich zu, die vierte Liga zu meistern. Doch vorerst zählt nur eines: die aktuelle Position so lange wie möglich zu verteidigen. Die Fans in Heeslingen können sich auf eine spannende Saison freuen – mit einem Kapitän, der nicht nur den Kasten sauber hält, sondern auch das Herz des Teams verkörpert.