Hc davos schlägt ev zug und trifft nun auf den meister – senteler-tor wirbelt die liga auf
Die zondacrypto-Arena bebte, das Publikum raste: Mit einem 4:1 im fünften Viertelfinal schickt der HC Davos den EV Zug in den Sommerurlaub und bucht selbst das Ticket fürs Halbfinale. Die Serie endet 4:1, der Druck auf Serienmeister ZSC Lions steigt.
Sentelers führungstreffer entzweit die liga
Die 17. Minute. EV-Zug-Stürmer Sven Senteler schiebt die Scheibe ins leere Tor – doch die rote Lampe bleibt zunächst dunkel. HCD-Schlussmann Joren van Pottelberghe war am linken Pfosten von Davos-Verteidiger Christian Djoos gestört worden. Die Videoschiedsrichter lassen zählen, die Davos-Bank explodiert. Torhüter-Interferenz? Eine Debatte, die bis in die Nacht reicht.
Der Zwischenfall wirkt wie ein Schlag in die Magengrube der Bündner. Doch statt zu wanken, drehen sie auf. Matej Stransky gleicht in der 22. Minute mit einem Handgelenksschuss aus spitzem Winkel ab, Tino Kessler überlistet Zugs Goalie Leonardo Genoni 17 Sekunden vor der zweiten Pause mit einem Wrap-around. Die Arena tost, 2:1 – die Wende ist perfekt.

Tambellini lässt davos jubeln, zug verabschiedet sich mit offenen fragen
Im Schlussdrittel wird es brutal. Adam Tambellini, kanadischer Topscorer und Golf-Fan, der zwischen den Drittelpause-Turnen noch schnell ein Video von Tiger Woods schaut, jagt den Puck aus 13 Metern unter die Latte. 3:1. Zugs Coach Dan Tangnes nimmt den Torhüter, doch Tambellini versenkt das Kunststück ins leere Netz. 4:1. Endstand.
Die Statistik lügt nicht: Davos gewinnt die Serie mit genau demselben Resultat wie jedes einzelne Spiel – 4:1. Ein Quäntchen Ironie für einen Club, der in der Qualifikation nur knapp den Sprung ins Mittelfeld schaffte. Nun warten ZSC Lions, Rekordmeister gegen Titelverteidiger, ein Traum-Duell für die Liga.
Im Mixed-Zone atmet Davos-Sportchef Jan Alston durch: „Die Jungs haben Moral bewiesen. Wir wollten nicht nur ins Halbfinale, wir wollten es mit einem Statement schaffen.“ Auf der Gegenseite stapft Sven Senteler mit gesenktem Kopf durch die Gangway. Sein Treffer wird in Erinnerung bleiben – nur eben nicht als Siegtor, sondern als Zündfunke für Davos’ unbändige Energie.
Die Playoffs liefern das, was sie versprechen: Drama, Eklat, pure Emotion. Wer jetzt noch behauptet, Eishockey sei nur ein Wintermärchen, hat die Highlights dieser Nacht nicht gesehen. Das Halbfinale steht, der Meister wartet – und die Liga diskutiert weiter über jene Sekunde, in der ein Torhüter strauchelte und eine Serie kippte.
