Hassrede im netz explodiert: fußball als brandbeschleuniger!

Schockierende Zahlen aus Spanien: Im ersten Quartal dieses Jahres wurden über 105.000 rassistische und xenophobe Nachrichten in sozialen Medien registriert. Ein Anstieg, der nicht nur besorgniserregend ist, sondern auch die Frage aufwirft, wie lange wir noch zusehen, bevor die virtuelle Hetze in die reale Gewalt umschlägt.

Fußball wird zur bühne für hass

Fußball wird zur bühne für hass

Das Observatorio Español del Racismo y la Xenofobia (OBERAXE) hat einen alarmierenden Trend festgestellt: Der Hassrede-Diskurs im Sport, insbesondere im Fußball, ist um neun Prozent gestiegen. Ganze 16 Prozent aller analysierten Inhalte fallen in diese Kategorie. Das ist kein Zufall, sondern ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Spannungen, die sich im Fußball entladen.

Besonders betroffen sind Spieler nordafrikanischer Herkunft. 61 Prozent der rassistischen Äußerungen im Fußball zielen direkt auf diese Gruppe ab. Die Copa Africana de Naciones und die damit verbundenen Feierlichkeiten in spanischen Städten haben die Situation zusätzlich verschärft und eine Welle von feindseligen Nachrichten ausgelöst. Namen wie Lamine Yamal und Vinícius Júnior sind zum Zielscheibe von persönlichen Angriffen geworden, die weit über sportliche Kritik hinausgehen.

Die Plattformen reagieren zu langsam. Während 55 Prozent der gemeldeten Inhalte von den Plattformen entfernt wurden, liegt die Quote im März bei satten 62 Prozent. TikTok führt mit 86 Prozent, gefolgt von X (75 Prozent), Instagram (42 Prozent), Facebook (38 Prozent) und YouTube (16 Prozent). Das zeigt deutlich, dass noch ein langer Weg vor uns liegt, bis die sozialen Medien zu einem sicheren Ort für alle werden.

Ein erschreckender Aspekt ist die zunehmende Normalisierung verbaler Gewalt. 94 Prozent der Inhalte enthalten aggressive Sprache, Insulten und Drohungen. Das Observatorio Español del Racismo y la Xenofobia sieht darin einen besorgniserregenden Trend, der die Gesellschaft spaltet und das Fundament unseres Zusammenlebens bedroht.

Die jüngste Arbeitsgruppe mit den digitalen Plattformen, die bereits zum dritten Mal tagte, soll die Zusammenarbeit verbessern und die frühzeitige Erkennung von Hassreden vorantreiben. Aber reicht das aus? Die Zahl der gemeldeten Vorfälle spricht eine deutliche Sprache: Wir brauchen mehr als nur Moderation – wir brauchen eine gesellschaftliche Wende im Umgang mit Hass und Diskriminierung.

Die Faszination für den Fußball darf nicht zur Entschuldigung für rassistische Anfeindungen werden. Es ist an der Zeit, dass Vereine, Verbände und Fans gemeinsam Verantwortung übernehmen und eine klare Haltung gegen jede Form von Diskriminierung einnehmen. Denn Fußball sollte verbinden, nicht spalten.