Hase/volodin jagen gold: 79,78 punkte lassen prag erbeben
Minerva Hase und Nikita Volodin haben die Eiskunstlauf-WM in Prag mit einem Knall eröffnet: 79,78 Punkte im Kurzprogramm bedeuten die Führung – und das mit nur 0,33 Zählern Vorsprung vor den georgischen Silberolympioniken Metelkina/Berulawa. Die Arena kochte, als das Berliner Paar nach seinem Tango-Ritt die Eisfläche verließ. „Wir wussten sofort: Das war sauber, das war unsere Saisonbestleistung“, sagte Hase mit zitternder Stimme.

Der sturz, der hocke/kunkel 4 punkte kostete
Annika Hocke und Robert Kunkel mussten sich mit Rang zehn begnügen. Ein Aufsetzer nach dem dreifachen Salchow schleuderte Hocke aufs Eis – und die deutsche Medaillenhoffnung auf Platz 10. „Der Absprung war schon futsch, als ich noch in der Luft hing“, sagte sie. Die 65,35 Punkte bedeuten Rückstand, aber auch Lernstoff für die kommende Saison.
Die Spannung steigt: Am Donnerstagabend (18.45 Uhr) entscheidet die Kür über Gold. Hase/Volodin haben die Chance, Deutschlands ersten WM-Titel im Paarlaufen seit 2015 zu holen – und das nur fünf Wochen nach ihrer Bronzeeuphorie von Mailand. Die Japaner Miura/Kihara fehlen als Titelverteidiger verletzt, das Feld ist offener als je zuvor.
Genrikh Gartung, 18 Jahre jung, springt am Mittag als jüngster Teilnehmer ins Männer-Kurzprogramm. Der Deutsche Meister will zeigen, dass Vierfachsprünge nicht nur US-Importe sind. Und im Eistanz wollen Janse van Rensburg/Steffan nach ihrer Olympia-Pleite Revanche nehmen – das Rhythmus-Tanz-Finale beginnt am Freitag.
Prag ist zur deutschen Eishalle geworden. Die Punkte sind gesetzt, die Nerven liegen blank. Für Hase/Volodin zählt nur noch ein Ziel: den Tango bis zum Schluss perfekt tanzen – und dann die Goldmedaille um den Hals tragen.
