Hannover 96 ertränkt braunschweig im rauch und springt auf platz drei
Im Nebel aus Bengalen und 33 Jahren Fluch klingt das 1:0 wie ein Startschuss für den Aufstieg. Hannover 96 schlägt Eintracht braunschweig, rückt auf Rang drei der 2. Bundesliga vor – und kann endlich wieder von der Bundesliga reden, ohne dass es nach Wunschdenken klingt.
Der Treffer von Maik Nawrocki nach einer halben Stunde reichte, weil braunschweig in der Schlussphase nicht einmal mehr Kraft hatte, die Zweikämpfe zu sprechen. Die Gäste verloren hier seit 1993 – und wer so lange wartet, vergisst irgendwann, wie Sieg schmeckt.
Pyro-delay und der lange schatten von 33 jahren
Die zweite Hälfte begann elf Minuten zu spät, weil beide Fanlager das Stadion in eine Rauchwand verwandelten. Für braunschweig war die Zwangspause der einzige Lichtblick: plötzlich stand man höher, gewann zweite Bälle, doch vor dem Tor blieb die Hemmschwelle höher als der Rauch. Hannovers Torhüter Ron-Thorben Hoffmann musste einmal eingreifen – und das war’s.
Christian Titz kann seine Mannschaft nun als Aufstiegskandidat Nr. 3 verkaufen. Nur eine Niederlage aus den letzten neun Spielen, das klingt nach Kontinuität, nicht nach Glück. Die Fans sangen „Wir wollen hoch“, und diesmal klang es nicht verrückt.

Fürth verschenkt das happy-end in sieben minuten
Während Hannover jubelt, rast Greuther Fürth tiefer in den Strudel. Beim Karlsruher SC führte das Vogel-Team durch Noel Futkeu bereits nach fünf Minuten, doch die Franken verpassten es, die Führung zu konservieren wie einen alten Wein. Rafael Pinto Pedrosa glich nach der Pause aus, dann schlug der KSC zweimal in der Nachspielzeit zu: Shio Fukuda und Fabian Schleusener erledigten Fürths Hoffnung mit zwei Toren in der 93. und 97. Minute.
Die Niederlage schmeckt wie ein Geburtstagskuchen aus Salz. Fürth bleibt auf Relegationsplatz 16, der Abstand kann am Wochenende schrumpfen – oder komplett verschwinden. Wer so spät noch trifft, hat das Spiel nicht verloren, sondern verschenkt. Und das ist der Unterschied zwischen Überleben und Abstieg: nicht die Qualität, sondern die Sekunden danach.
