Hanning zieht gegen den dhb-koloss: italiens em-quali-kracher mit deutscher handschrift
Die Handball-EM 2028 wirft ihre Schatten voraus – und sie tragen deutsche Farben. In der Qualifikation trifft der Vize-Europameister auf Italien, dessen Bank Bob Hanning steuert. Der Ex-DHB-Vizepräsident und Füchse-Berlin-Macher kehrt als Gegner zurück. Ein Schachspiel mit Vorvertrag.
Die gruppe der offenen rechnungen
Belgien und die Slowakei gelten als erreichbare Aufgaben. Doch das Duell mit Italien ist mehr als zwei Punkte. Es ist die persönliche Mission eines Mannes, der Jahrzehnte deutschen Handball mitgeprägt hat. Hanning übernahm die Squadra Azzurra im Januar 2025, seitdem arbeitet er mit italischem Temperament an der Aufholjagd.
Die Zahlen sprechen klar: Bei der WM 2025 landete Italien auf Rang 16, in der EM 2025 schied man nach der Vorrunde aus. Dennoch wirft Hanning keine Halbwahrheiten. „Wir wissen, dass wir nicht Favorit sind. Aber wir haben nichts zu verlieren“, sagte er nach der Auslosung in Lissabon. Ein Satz, der wie ein Versprechen klingt.
Für den DHB geht es um Souveränität. „Wir wollen als Gruppensieger qualifizieren“, betonte Sportvorstand Ingo Meckes. Die Logistik passt: Kurze Reisen, keine Langstreckenflügen, dafür ein Nachbar-Derby gegen Belgien. Doch der Blick richtet sich auf den 4. und 5. November sowie das Rückspiel im Mai 2027 – Termine, an denen Hanning sich mit seinem neuen System in die Köpfe der deutschen Abwehr brennen will.

Gislasons zeit läuft – und hanning wartet
Alfred Gislason steht vor seiner letzten großen Mission. Sein Vertrag endet nach der Heim-WM 2027. Der Isländer will verlängern, der DHB will Klarheit. „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt“, kündigte Meckes an. Eine Entscheidung fällt, bevor die Quali losgeht. Hanning hingegen hat Langfristperspektive. Er baut Italien um, Stück für Stück. Die Frage ist nicht, ob er den DHB schlagen kann, sondern wann.
Die EM 2028 findet vom 13. bis 30. Januar in Spanien, Portugal und der Schweiz statt. Die beiden besten Teams jeder Gruppe plus die vier besten Gruppendritten ziehen ein. Deutschland ist gesetzt, aber nicht gefeit. Die letzte EM war ein Finaleinzug, doch das war gestern. Hanning lebt im Jetzt – und der Kick-off ist schon November.
Ein letzter Blick auf die Tabelle: 0:0 Punkte, 0:0 Tore, aber unendlich viel Stoff für Geschichten. Hanning gegen Gislason, Berlin gegen Berlin, Vergangenheit gegen Zukunft. Die Handball-Welt schaut auf eine Qualifikation, die längst begonnen hat – im Kopf der Protagonisten.
