Hannawald schließt schmitt als dsv-coach aus – stöckl soll kommen
Sven Hannawald hat einen Favoriten für die Nachfolge von Stefan Horngacher – und das ist nicht Martin Schmitt. Der Ex-Skispringer hält seinen einstigen Teamkollegen zwar grundsätzlich für trainerfähig, aber „im Moment ist es dafür noch etwas früh“, sagte er bei Sport1.
Hannawald erinnert sich: „Martin war schon zu unserer aktiven Zeit sehr strukturiert.“ Schmitt habe ständig hinterfragt, warum bestimmte Trainingsmethoden zum Einsatz kommen. Doch die Bundestrainer-Position erfordert laut Hannawald einen „Vollzeit-Manager, der praktisch permanent unterwegs ist“. Schmitt habe Familie und andere Verpflichtungen. „Er wächst gerade Schritt für Schritt in eine Trainerrolle hinein – das braucht Zeit.“

Alexander stöckl steht auf dem zettel
Stattdessen wirbt Hannawald für Alexander Stöckl. Der Österreicher habe in Norwegen „über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet“, bevor er nach dem Material-Skandal aussortiert wurde. Dass Stöckl selbst eine Rückkehr ausschließt, nimmt Hannawald billigend in Kauf: „Er kennt das System, er kennt die Druckmaschine – und er kann mit ihr umgehen.“
Die Entscheidung liegt bei Sportdirektor Horst Hüttel, der bis Ende März einen Namen nennen will. Eine Zwischenlösung ist denkbar, ein Langzeitprojekt auch. Denn auf lange Sicht könnte Schmitt durchaus das Zepter übernehmen – wenn er bereit ist, sich voll zu verschreiben. „Die Neugier hat ihn damals schon ausgemacht“, sagt Hannawald. „Er wollte wissen: Warum trainieren wir so und nicht anders? Diese Haltung macht ihn auf Dauer zum Kandidaten.“
Doch jetzt zählt der Moment. Und der spricht laut Hannawald gegen Schmitt – und für einen erfahrenen Mann wie Stöckl, der die deutschen Adler sofort wieder auf Kurs bringen soll.
