Handball-welt verliert koksharov: 50 jahre, 1110 länderspiel-tore – und jetzt stille
Die Nachricht schlug ein wie ein Kreiswurf in die Magengrube: Eduard Koksharov ist tot. Mit 50 Jahren. Am Dienstagmorgen viel zu früh. Der Brest HC Meshkov, sein Arbeitgeber, bestätigte den plötzlichen Tod des russischen Ausnahmetalents – und machte damit eine ganze Sportart sprachlos.
Der mann, der slowenien dominierte und russland gold holte
Koksharov war kein gewöhnlicher Spieler. Er war das Gesicht einer Ära. Zwölf Jahre lang spielte er für RK Celje, wurde neunmal slowenischer Meister, sechsmal Pokalsieger und 2004 sogar Champions-League-Sieger. 226 Länderspiele für Russland. 1110 Treffer. WM-Gold 1997. Olympiasieg 2000. Und sechsmal in Folge in den All-Star-Teams der Welt- und Europameisterschaften – als bester Linksaußen. Eine Sammlung, die selbst heute kaum jemand erreicht.
Doch hinter den Zahlen steckt mehr: Koksharov war der Typ Spieler, der in der entscheidenden Sekunde die Übersicht behielt. Der mit einem Sprungwurf aus dem Stand die Abwehr spaltete. Der in Slowenien zum Volkshelden wurde – und dennoch nie vergaß, woher er kam.

Vom rekordstürmer zum gefeierten trainer – und zurück nach brest
Nach seiner Karriere wechselte er auf die Trainerbank. 2016 übernahm er SKIF Krasnodar, später wurde er Sportdirektor in Skopje, arbeitete mit den Frauen von Rostov – und landete schließlich in Weißrussland. Beim HC Meshkov Brest wollte er eine neue Ära einläuten. Nun bleibt nur die Erinnerung an einen Mann, der Handball nicht nur spielte, sondern lebte.
„Wir werden ihn als Mensch behalten, der unser Team und die Herzen aller geprägt hat“, heißt es im Vereinsstatement. Eine leere Phrase? Nein. In Brest spricht man mit leiser Stimme über Koksharov. Über seine Art, Taktik zu erklären. Über seine Geduld mit jungen Spielern. Über den Blick, der sagte: Ich habe schon alles gesehen – aber ich höre dir trotzdem zu.
Die Handball-Welt verliert nicht nur einen Ex-Weltmeister. Sie verliert einen Chronisten des Spiels, einen Glücksfall aus der Zeit, als Linksaußen noch mit Haarband und Blick für die Lücke spielten. Und sie verliert jemanden, der nie den Anspruch hatte, größer zu sein als das Team – aber es trotzdem war.
