Eric smith bricht ab – st. pauli verliert abwehrchef vor union-showdown
Eric Smith ist wieder in Hamburg gelandet – mit einer lädierten Wade, einem geplatzten Länderspiel-Traum und einem neuen Fragezeichen hinter dem Abstiegskampf des FC St. Pauli. Die Knackpunkt-Diagnose: strukturelle Muskelverletzung links. Der 29-jährige Sechser fällt „auf unbestimmte Zeit“ aus, wie der Club am Dienstag mitteilte.
Smiths fünfter anlauf endet erneut vor dem ersten länderspiel
Er sollte endlich das gelbe Trikot Schwedens tragen, stattdessen trägt er jetzt eine Schiene. Nach muskulären Problemen in Valencia reiste Smith vorzeitig ab, ohne gegen die Ukraine zum Einsatz gekommen zu sein. Auch das Rückspiel gegen Polen (Dienstag, 20.45 Uhr in Solna) verpasst er. Fünf Mal wurde der defensive Chef der Hamburger zuvor nominiert, fünf Mal verwehrten Verletzungen oder Infekte das Debüt. „Das war überhaupt nicht lustig“, hatte er vor einer Woche noch gesagt – nun ist der Frust komplett.
Für St. Pauli kommt die Hiobsbotschaft pünktlich zum Endspiel gegen Union Berlin. Ostersonntag, 15.30 Uhr, Stadion An der Alten Försterei – Smith wird fehlen. 24 Liga-Einsätze, zwei Tore, zwei Assists und ein kicker-Schnitt von 3,94 sprechen für sich: Der Schwede ist der ruhende Pol in Timo Schultz’ Mittelfeld. Ohne ihn droht die Rückkehr des Flickschusters Christopher Avevor oder eine Umstellung auf Doppel-Sechser mit Hauke Wahl als Stabilisator.

Tabellenkeller brennt – nur zwei punkte bis zur rettung
Die Zahlen sind gnadenlos: Platz 16, 25 Punkte, zwei Zähler Rückstand auf Bochum und Mainz. Drei Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Wolfsburg. Jeder weitere Punktverlust kann das Unterhaus bedeuten. Die Auswärtsbilanz der Kiezkicker spricht gegen sie: erst ein Sieg in fremden Stadien, dazu das Worst-Value-Szenario ohne ihren Ballverteiler. Union wartet nach drei Unentschieden auf den nächsten Schritt Richtung Europa – und könnte mit einem Sieg sogar Platz drei klettern.
Smiths Verletzung wirft auch Fragen auf, wie lange der Kader ohne weitere Rückschläge durchhält. Mit Isak Hien fehlt bereits ein weiterer Verteidiger der Schweden, Ola Kalajdzic laboriert an der Schulter, David Nemeth ist nur eine Gelb-Sperre entfernt. Die medizinische Abteilung um Chefarzt Dr. Jan Titz arbeitet an einem 48-Stunden-Plan, um Smith zumindest für die Partie gegen Bochum (29. März) zurückzuholen. Realistisch ist ein Comeback aber erst nach der Länderspielpause.
Die Fans reagieren enttäuscht, aber nicht überrascht. „Wir kennen die Smith-Story“, kommentierte ein User auf Twitter, „verletzt vor großen Spielen ist sein Lebenslauf.“ Der Spieler selbst schwieg bislang öffentlich, nur ein kurzer Satz auf Instagram: „Werde stärker zurückkommen.“ Für St. Pauli ist das kein Trost – sondern ein Alarmsignal. Ohne ihren Mittelfeld-General droht der Abstiegsendspiel-Marathon zur Zitterpartie zu werden.
