Handball-skandal in sachsen-anhalt: spiel nach rechtsradikalen ausrufen abgebrochen

Eskalation in der Bezirksoberliga: Das Handballspiel zwischen dem HV Ilsenburg und der TSG Calbe/Saale II musste am vergangenen Wochenende aufgrund von rechtsradikalen Äußerungen aus dem Gästeblock abgebrochen werden. Ein Vorfall, der den gesamten Handballverband Sachsen-Anhalt erschüttert und nun Ermittlungen durch die Polizei nach sich zieht.

Der spielabbruch im detail

Der spielabbruch im detail

Die Partie, die im Rahmen der Bezirksoberliga (7. Liga) ausgetragen wurde, stand beim Spielstand von 18:31 für die Gäste aus Calbe/Saale II (nach 48 Minuten Spielzeit) bereits weitgehend fest. Doch dann kam es zu den Vorfällen. Wie der HV Ilsenburg (HVI) auf Instagram mitteilte, sollen gästeunterstützende Rufe aus dem Calbe-Block rechtsradikalen Charakter gehabt haben. Die Schiedsrichter sahen sich gezwungen, die Partie abzubrechen. Ein Schritt, den der HVI ausdrücklich unterstützt.

Gunnar Lehmann, Abteilungsleiter Handball der TSG Calbe/Saale, äußerte sich gegenüber der Magdeburger Volksstimme skeptisch: „Es wurden wohl Anfeuerungsrufe unserer Fans akustisch missverstanden.“ Auch Spieler und Verantwortliche aus Ilsenburg gaben an, keine derartigen Rufe gehört zu haben. Diese Diskrepanz in den Zeugenaussagen wirft zusätzliche Fragen auf.

Der HV Ilsenburg distanziert sich unmissverständlich von jeglichem Extremismus. „Für solche Vorfälle gibt es in unserer Halle und in unserem Verein eine klare Null-Toleranz-Politik“, so die offizielle Stellungnahme des Vereins. Die Werte des Handballvereins – Fairness, Respekt und ein familiäres Miteinander – sollen besonders den Kindern und Jugendlichen im Verein vorleben. Das ist angesichts der Vorfälle von größter Bedeutung.

Die Spielwertung bleibt vorerst offen. Die TSG Calbe/Saale scheint jedoch entschlossen, Schadensbegrenzung zu betreiben. „Wir werden den Vorgang intensiv im Verein auswerten und alle Rechtsmittel ausschöpfen, um Schaden von der TSG Calbe abzuwenden“, betonte Lehmann. Die Aufarbeitung dieses Vorfalls wird die kommenden Wochen intensiv beschäftigen.

Die Magdeburger Volksstimme berichtet, dass der Handballverband Sachsen-Anhalt die Angelegenheit ebenfalls aufmerksam verfolgt und eine umfassende Untersuchung angekündigt hat. Die Ermittlungen der Polizei sollen nun Klarheit über den genauen Ablauf und die Verantwortlichkeiten bringen.