Ex-torhüter taibi: vom mailänder kaffee mit gullit zum sportdirektor in pistoia

Ein ungewöhnlicher Karriereweg, der von Palermo bis Manchester führte: Massimo Taibi, einst Torwart beim AC Mailand und Manchester United, ist heute Sportdirektor beim italienischen Verein Pistoiese. Seine Geschichte ist gespickt mit Anekdoten von legendären Mitspielern und unerwarteten Wendungen – eine Geschichte, die zeigt, wie der Zufall und die Leidenschaft den Fußball prägen können.

Die zufallskanone: vom stürmer ans tor

Taibi begann seine Karriere als Stürmer in Palermo. „Ich spielte in der Jugend, der Mittelstürmer war Schillaci. Ich selbst erzielte Tore und hatte Spaß. Aber dann kam der Satz: 'Der Torwart fehlt, traust du dich?'“ Ein Zufall, der sein Leben verändern sollte. Von da an war er dem Tor nicht mehr zu entkommen. Seine Reise führte ihn über Trento in die Serie C, wo er sein Talent weiterentwickelte, während er gleichzeitig seinen Wehrdienst ablegte – eine Zeit, die ihn lehrte, was Opferbereitschaft und harte Arbeit bedeuten.

Mailänder erinnerungen: kaffee mit gullit und training mit van basten

Mailänder erinnerungen: kaffee mit gullit und training mit van basten

Der Wechsel zum AC Mailand war ein Traum, der in Erfüllung ging. „Was für eine Aufregung! Ich kam in der Mittagspause an und da saß nur Gullit, der seinen Kaffee trank. Wir haben uns vorgestellt – ich hatte ihn nur von den Sammelkarten her gesehen.“ Doch nicht nur Gullit beeindruckte; auch Marco van Basten hinterließ bleibende Eindrücke. “Marco war wie eine Gazelle. Oft blieben wir nach dem Training zusammen, um zu schießen. Seine Eleganz war einzigartig, egal was er tat.“ Ein weiterer Blick hinter die Kulissen des Mailänder Erfolgs: Ein Streit zwischen Ziege und Costacurta offenbarte die Spannungen im Team, die aber letztendlich durch Ehrlichkeit überbrückt wurden. Capellos Trainerstil hingegen, passte bei Taibi weniger gut – ein Umstand, den er heute ohne Bitterkeit betrachtet.

Von ferguson zur familie: die manchester-zeit

Von ferguson zur familie: die manchester-zeit

Auch in Manchester United fühlte sich Taibi willkommen. Sir Alex Ferguson persönlich holte ihn vom Flughafen ab und stellte ihn dem gesamten Team vor. “Es war 2000, ich kam als fast Unbekannter nach Manchester. Sie wollten eigentlich Toldo, aber entschieden sich dann für mich.” Ein unvergessliches Kapitel seiner Karriere, das jedoch durch einen Fehler im Spiel gegen Chelsea abrupt endete. Ferguson ließ ihn wissen: 'Massimo, diese Parade.'. Trotzdem riet ihm der Schotte, die Sprache zu lernen und zu bleiben, doch Taibi musste aus familiären Gründen nach Italien zurückkehren – ein Schritt, den er bis heute bedauert.

Beckham, giggs und die bedeutung von teamgeist

Beckham, giggs und die bedeutung von teamgeist

Die Umkleidekabine in Manchester war ein Who's Who des Weltfußballs. Ryan Giggs war sein direkter Nachbar im Spind. “Mit Beckham habe ich oft nach dem Training verbracht. Ich war immer wieder beeindruckt von seiner Technik, aber vor allem von seiner Einstellung. Er wirkte wie ein Boulevardheld, war aber der Erste im Training und der Letzte, der ging. Er hatte nicht nur Qualität, sondern auch viel Einsatzbereitschaft.” Taibi betont die Bedeutung von Teamgeist und Professionalität, unabhängig von persönlichen Freundschaften – eine Lektion, die er sich in seiner Karriere immer wieder verinnerlicht hat.

Vom ‚wahnsinn‘ zamparinis zum aktuellen engagement

Vom ‚wahnsinn‘ zamparinis zum aktuellen engagement

Seine Zeit in Venedig unter dem exzentrischen Präsidenten Zamparini bleibt ihm in Erinnerung. „Ein Verrückter, im positiven Sinne. Ein Vulkan! Er vertraute zu vielen Leuten.“ Ein Streit mit Trainer Novellino, der zu einer möglichen Entlassung führte, wurde durch Taibis Loyalität verhindert. Heute, als Sportdirektor in Pistoia, teilt er seine Erfahrungen mit jungen Spielern und genießt die Leidenschaft, die den Fußball so einzigartig macht.

“Ich lebe Fußball und bin glücklich dabei. Ich versuche, meine Erfahrung an die Jungs weiterzugeben.” Seine Karriere mag von Zufällen und Fehlern geprägt sein, doch Massimo Taibi ist ein lebendes Beispiel dafür, dass der Fußball mehr ist als nur ein Spiel – er ist eine Leidenschaft, die ein Leben lang hält.