Handball-frauen rütteln sich wach: 30:23 in slowenien – em-ticket zum greifen nah
80 Tage nach dem Silberrausch von Rotterdam wirkte alles wie ein Kater. Dann kam der zweite Durchgang – und mit ihm die alte Dominanz. Die deutschen Handball-Frauen schüttelten einen 0:3-Fehlstart ab, drehten in Celje auf und schlugen Slowenien 30:23. Fünf Tore Vorsprung, sechs Punkte in der Quali-Gruppe 3 – das EM-Ticket liegt jetzt in Heidelberg.
Emily vogel trifft sieben mal – gaugisch atmet auf
Markus Gaugisch stand in der ersten Halbzeit mit verschränkten Armen an der Linie, die Stirn in Falten. Ohne Smits und von Pereira wirkte die Abwehr wie ein Schloss ohne Riegel. Die Lücken ließ Emily Vogel mit Tempogegenstößen stopfen. 7 Tore, 3 Assists – die 23-jährige Rechtsaußen war gleichzeitig Retterin und Brandbeschleuniger. Als sie zum 22:18 traf, schrie Gaugisch „Jetzt reicht’s!“ – und meinte seine eigene Nervosität.
Die Sloweninnen spielten mit drei Rückraum-Deckungen, wechselten aggressiv auf 5-1 – und liefen dennoch hinterher. Antje Döll lenkte das Spiel mit 11 Vorlagen, ohne dass eine einzige Passung abfing. Die Statistik: 18 Ballverluste der Gäste, nur 9 der DHB-Auswahl. Die zweite Halbzeit: 14:8, zwei Zeitstrafen, null Nervosität.
Sonntag 15:30 uhr in heidelberg – ein sieg reicht
Im SAP-Arena-Kessel wartet ein Ort, an dem Deutschland seit 2019 nicht mehr verlor. Die 4.000 Karten sind restlos weg, die Fans wollen das EM-Feuerwerk. Gewinnt die Auswahl, ist Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Türkei im Dezember Pflichttermin. Verliert sie, folgt im April ein Zwei-Spiel-Marathon gegen Belgien und Nordmazedonien. Gaugisch will die Rechnung so nicht aufstellen: „Wir holen das Ticket jetzt, nicht in Skopje.“
Die letzten Zahlen: 30:23, 6:0 Punkte, 83-prozentige Chancen lassen Oxford-Mathe-Modell – das EM-Ticket ist kein Wunsch mehr, es ist Formsache. Der Rest ist nur noch Show.
