Handball-elite: so sicherte deutschland sich drei champions-league-plätze!
Die Qualifikation für die Handball-Königsklasse in Deutschland ist komplizierter als gedacht – aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Nach einer hitzigen Diskussion im Exekutivkomitee des Europäischen Handballverbandes (EHF) in Katowice stehen die Regeln nun fest, und sie bieten deutschen Teams echte Chancen, die europäische Spitze zu vertreten.
Ein platz für die besten, aber mit haken
Die gute Nachricht vorweg: Deutschland kann realistisch gesehen drei Teams in der nächsten Champions League sehen. Doch der Weg dorthin ist alles andere als geradlinig. Der Champions-League-Sieger hat automatisch einen Startplatz, ebenso der Gewinner der European League. Deutsche Klubs haben in beiden Wettbewerben das Potenzial, die Titel zu holen – ein verlockender Gedanke!
Doch hier kommt der Knackpunkt: Wenn sowohl der Champions-League-Sieger als auch der European-League-Sieger aus demselben Land stammen und sich beide nicht über ihre nationale Liga qualifiziert haben, gibt es nur einen Startplatz für dieses Land. Ein schmaler Grat, der die Planungen der deutschen Top-Teams erheblich beeinflusst.
Sollten unsere Mannschaften beide Titel verfehlen, winkt dem Meister (wahrscheinlich SC Magdeburg) der direkte Einzug. Die Vize- und Drittplatzierten der Bundesliga (derzeit Flensburg und Berlin) können dann ein sogenanntes Upgrade beantragen, das aufgrund der hohen Qualität der Liga in Deutschland in der Regel gewährt wird.
Die Chancen stehen gut, dass deutsche Teams in diesem Jahr erfolgreich sein werden. Sechs deutsche Vereine sind noch in den europäischen Wettbewerben vertreten, und Magdeburgs Sieg in der Champions League im vergangenen Jahr sowie Flensburgs Triumph in der European League zeigen das Potenzial.
Ein Beispiel: Gewinnt Magdeburg die Champions League und THW Kiel die European League, wären beide Klubs für die Königsklasse qualifiziert, da Kiel aktuell nur den fünften Platz belegt und somit über die Liga nicht direkt qualifiziert wäre.
Kiels Geschäftsführer Viktor Szilágyi betonte gegenüber der dpa: „Das eröffnet uns und den weiteren Anwärtern eine zusätzliche Chance, uns über die European League für die Champions League zu qualifizieren. Es ist keine Garantie, aber ein zusätzlicher Anreiz, der den Wettbewerb aufwertet.“

Gummersbach im niemandsland: frust über fehlende chance
Der VfL Gummersbach, aktuell nur einen Punkt hinter Berlin und zwei hinter Flensburg im Champions-League-Rennen, steht hingegen vor einem Dilemma. Geschäftsführer Christoph Schindler beklagt, dass der Sieg in der European League weniger wertgeschätzt werde als ein Bundesliga-Platz. „Platz 3 in der Bundesliga sollte höher gewertet werden als der Sieg in der European League“, so Schindler im Interview mit Sport BILD. Ein verständlicher Frust, denn Gummersbach hat keine „Zusatz-Chance“ über einen europäischen Titel.
Die Unklarheiten in den Qualifikationsregeln sorgen für Verwirrung, wie Schindler betont: „Wir wissen mal wieder nicht, welcher Tabellenplatz für Europa reicht. Das zeigt ein grundlegendes Problem im Handball.“
Die Entscheidung ist gefallen, die Regeln sind klar. Nun heißt es Daumen drücken und auf deutsche Erfolge in den europäischen Wettbewerben hoffen – denn nur so kann Deutschland seine Ambitionen in der Handball-Champions League wirklich unterstreichen.
