Handball-bundesliga: trainer- und manager-fluktuation erreicht alarmstufe!

Die Handball-Bundesliga und ihre Zweite Liga erleben einen beispiellosen personellen Umbruch auf den Trainerbänken und in den Führungsetagen. Eine Analyse der Saison 2025/26 offenbart erschreckende 41,67 Prozent personelle Veränderungen – ein Wert, der die Stabilität des deutschen Profi-Handballs ernsthaft in Frage stellt.

Die drehtür der verantwortlichen

Die drehtür der verantwortlichen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der kommenden Saison könnten wir Zeugen eines regelrechten Personal-Karussells werden. Stellen wir uns vor, die Verantwortlichen müssten durch eine Drehtür passieren – die Energie, die dabei freigesetzt würde, könnte ganze Stadien beleuchten. Doch der Witz an der Sache ist, dass diese Rotation nicht nur unterhaltsam, sondern auch besorgniserregend ist.

Acht Trainer in der ersten und zweiten Liga haben bereits ihren Abschied genommen. Dabei schien es oft irrelevant zu sein, ob Erfolge vorlagen oder eine positive Entwicklung erkennbar war. Die Entscheidung der Füchse Berlin, ihren Meistertrainer Jaron Siewert zu entlassen, und die gleichzeitige Trennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar, der zuvor noch gefeiert wurde, sind nur zwei Beispiele für diese fragwürdige Praxis. Ein Wechselbad der Gefühle, das die Fans gleichermaßen verwirrt wie enttäuscht zurücklässt.

Doch es sind nicht nur die Trainer, die gehen. Auch Geschäftsführer, Sportvorstände und Sportdirektoren wurden auf mehreren Positionen abgelöst. Namen wie Berlin, Kiel, Hamburg, Melsungen, Leipzig, Mannheim und Eisenach (1. Liga) sowie Ludwigshafen (2. Liga) tauchen hier immer wieder auf. Die Zündschnüre sind kürzer geworden, und der Begriff „Schleudersitz“ scheint neu definiert zu werden.

Die Frage, die sich nun stellt: Ist der Druck auf die Verantwortlichen gestiegen? Haben die Erwartungen an die Teams und die Liga selbst zu hohe Dimensionen angenommen? Oder liegt es an einem Mangel an langfristiger Planung und strategischer Ausrichtung?

Die aktuelle Situation wirft ein schlechtes Licht auf die Professionalität des deutschen Handball-Managements. Es bleibt zu hoffen, dass die Vereine bald erkennen, dass Stabilität und Kontinuität langfristig erfolgreicher sind als kurzfristige, hektische Entscheidungen. Denn so kann man keinen Titel gewinnen – nur Nerven ruinieren.

Die Saison ist noch nicht vorbei, das Geschäftsjahr endet erst am 30. Juni. Es ist gut möglich, dass die Zahlen noch weiter steigen. Doch eines ist sicher: Der Handball braucht eine Kurskorrektur, bevor die Drehtür endgültig zur Norm wird.