Hamburg attackiert münchen – der kampf um olympia 2036 beginnt jetzt
Hamburg will es wissen. Am Dienstag schlug die Hansestadt mit einem aktualisierten Konzept für Olympia 2036, 2040 oder 2044 zu – und ließ dabei keinen Zweifel daran, wen man als Hauptkonkurrenten sieht: München. „Es gibt in ganz Deutschland keinen besseren Ort, um die olympische Idee im 21. Jahrhundert aufleben zu lassen“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher – eine Ansage, die direkt an die bayerische Landeshauptstadt ging.
München steht im fokus – die anderen sind nebengeräusche
Tschentscher sprach, was viele in der Sportpolitik schon denken: Das Rennen um den deutschen Olympia-Standort wird ein Duell. „Nur München ist wirklich eine Alternative zu Hamburg“, sagte er. Berlin fehlt laut ihm ein Volksentscheid, die Rhein-Ruhr-Region sei zu dezentral. München hingegen habe bereits 1972 die Spiele ausgerichtet – und genau das macht für Hamburg die Sache spannend. „Olympia ist mehr als Lederhose und Weißwurst“, sagte Tschentscher. Ein Satz, der bissig klingt – und absichtlich so gemeint ist.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In München stimmten 66,4 Prozent der Bürger für eine Olympia-Bewerbung. Hamburg will das Volk am 31. Mai befragen, die Rhein-Ruhr-Region am 19. April. Berlin dagegen plant kein Referendum – ein Risiko, das sich die Hauptstadt nach Einschätzung aus Hamburg nicht leisten kann.

Kurze wege statt betonwüste
Hamburg setzt auf ein „Olympia der kurzen Wege“. Das klingt nach Marketing – ist aber ein echtes Konzept. Bestehende Sportanlagen sollen genutzt, neue nur temporär errichtet werden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) drängt darauf, keine neuen Großbauten zu planen. Hamburg will sich fügen – aber nicht kleinmachen. „Wir passen die Spiele an unsere Stadt an, nicht umgekehrt“, sagte Tschentscher. Das ist mehr als ein Slogan. Es ist eine Kampfansage an alle, die Olympia mit Milliardengrab assoziieren.
Die Hansestadt erhofft sich einen „nationalen Rückenwind für große Infrastrukturprojekte“. Olympia als Katalysator – nicht als Selbstzweck. Ein Gedanke, der in Zeiten von Klimakrise und Budgetlücken gut ankommen könnte.

Der countdown läuft – entscheidung 2026
Am 26. September 2026 entscheidet der DOSB in Baden-Baden, welche deutsche Stadt ins Rennen um die Olympische Bewerbung geht. Bis dahin heißt es: Überzeugen, überreden, überrennen. Hamburg hat den Anfang gemacht – mit einem Konzept, das stolz daherkommt und dabei doch Bodenhaftung behält.
München wird antworten. Und dann wird sich zeigen, ob Hamburg wirklich der bessere Ort ist – oder ob die bayerische Tradition doch stärker ist als die hanseatische Selbstsicherheit. Eines ist sicher: Der Kampf hat gerade erst begonnen. Und er wird hart.
