Süles abschied: kovac trickst schiedsrichter für emotionalen moment

Dortmunds Publikum erlebte am vergangenen Samstag einen denkwürdigen Moment: Niklas Süle, der im Sommer seine Karriere beendet, wurde von Trainer Niko Kovac in seinem letzten Heimspiel für den BVB noch einmal eingewechselt – dank einer ungewöhnlichen Absprache mit dem Schiedsrichter.

Ein versprechen und ein ausgeklügelter plan

Kovac hatte sich Süle zu einem gebührenden Abschied versprochen. Um dieses Versprechen zu halten, suchte er das Gespräch mit Patrick Ittrich, dem Schiedsrichter des Spiels gegen Eintracht Frankfurt. „Pass auf: Du darfst nicht abpfeifen, bevor ich den Niki nicht gebracht habe“, soll der BVB-Trainer ihm am Vortag gesagt haben. Ein riskantes Unterfangen, aber die Taktik ging auf. In der 88. Minute betrat Süle denn auch noch einmal das Feld, um vor den Augen der Fans sein letztes Kapitel im schwarzgelben Trikot zu schreiben.

Fünf, sechs Minuten, wie Kovac später sagte, waren es, die Süle auf dem Platz verbrachte. „Er hat sich das verdient“, betonte der Coach, der dem Verteidiger eine „tolle Karriere“ wünschte und sich vorstellte, wie Süle viel Golf spielen und die Welt bereisen wird – ein wohlverdienter Ruhestand nach einer langen und erfolgreichen Zeit im Profifußball.

Tränen, familie und ein besonderer rahmen

Tränen, familie und ein besonderer rahmen

Süle selbst zeigte sich sichtlich berührt von der emotionalen Verabschiedung. „Ich bin unfassbar froh um den Rahmen“, sagte er im Sky-Interview. „Schöner Tag, schöner Rahmen, schön, wie die Fans reagiert haben. Schön, dass der Trainer mir noch ein paar Minuten gegeben hat, mein 300. Spiel. Unfassbar schön, meine ganze Familie war hier.“ Ein Moment, der für den 30-jährigen Süle unvergesslich bleiben wird.

Neben Süle verabschiedeten sich auch Julian Brandt und Salih Özcan von den Fans im Signal Iduna Park. Im Gegensatz zu Süle setzen die beiden ihre Karrieren aber fort. Auch Schiedsrichter Ittrich pfeift im Sommer sein letztes Spiel.

Die Szene wirft ein interessantes Licht auf die Beziehung zwischen Trainer und Spieler und zeigt, wie wichtig ein gebührender Abschied für Profifußballer sein kann – selbst wenn dafür ein Schiedsrichter in die Schieflage geraten muss. Die Fans werden diesen Moment sicherlich lange in Erinnerung behalten, ein letztes Aufbäumen des BVB, um einem verdienten Spieler die Ehre zu erweisen.