Hagen verpflichtet tor-riesen wilde: aufstiegsplan nimmt form an

Der VfL Eintracht Hagen hat die Antwort auf die Torhüter-Frage mit 1,98 Meter in der Hand. Jonas Wilde wechselt vom TuS Ferndorf, unterschreibt bis 2028 und bildet künftig mit Pascal Bochmann das Duo, das die Zweitliga-Truppe in die 1. Bundesliga lotsen soll.

Interne lösung gescheitert, externer transfer gelungen

Seit Wochen suchte Sportchef Sebastian Schneider einen Partner für Bochmann, dessen Vertrag erst im Frühjahr bis 2028 verlängert wurde. Dennis Wipf zieht es nun zum HC Oppenweiler/Backnang, Maurice Paske muss gehen. Die Lücke füllt Wilde – mit klarem Aufstiegs-Auftrag. „Ich will den nächsten Schritt“, sagt der 24-Jährige, „oben mitspielen und in ein, zwei Jahren aufsteigen.“

Die Zahlen sprechen für ihn: 33 Prozent Fangquote in der vergangenen Regionalliga-Saison, 92 Paraden im letzten Oberliga-Durchgang. Hagen bekommt nicht nur einen Riesen zwischen die Pfosten, sondern auch einen Spieler, der in entscheidenden Phasen die Linie hält. Schneider schwärmt von „Ruhe und Präsenz“, Trainer Davor Čutura lobt die „Sprungkraft bei 7-Meter-Würfen“. Beides fehlte in der Rückrunde, als Hagen fünf Spiele in Folge remisierte und den Anschluss an die Aufstiegsplätze verpasste.

Für Ferndorf ist der Abgang ein Einschnitt. Wilde war Kapitän, Leistungsträger, Identifikationsfigur. Doch die Ausstiegsklausel ließ sich nicht verhindern, der Spieler wollte. In Hagen erhält er ein Netto-Gehalt von 4.500 Euro monatlich plus Aufstiegsprämie – ein Paket, das TuS-Manager Andreas Rensing nicht egalisieren konnte.

Zeitplan bis 2026 steht

Zeitplan bis 2026 steht

Die Planung ist klar: 2025 die Play-offs erreichen, 2026 den Aufstieg sichern. Dafür wurde bereits das Budget auf 2,3 Millionen Euro erhöht, Sponsoren steigen ein, die Halle an der Werther Straße wird auf 3.200 Plätze erweitert. Wilde ist nur ein Baustein, doch ein zentraler. Ohne stabilen Rückhalt verpufft jede Offensive.

Die Fans reagierten euphorisch. Innerhalb von zwei Stunden wurden nach der Verkündung 350 Dauerkarten bestellt, der Onlineshop brach zeitweise zusammen. Die Botschaft ist angekommen: Hagen will nicht nur dabei sein, sondern vorne mitmischen. Mit Wilde und Bochmann im Tor, mit einem Kader, der in dieser Saison bereits 652 Tore erzielte – nur Rhein-Neckar war effizienter.

Der erste Härtetest folgt schon am 17. August im Pokal bei der HSG Wetzlar. Dort will Wilde zeigen, warum er sich für Hagen entschieden hat. „Ich bin nicht hier, um Platz zwei zu verteidigen“, sagt er. „Ich will ganz oben stehen.“ Wenn er das tut, wird der VfL Eintracht Hagen nicht nur die Torhüter-Frage gelöst haben, sondern auch die Zukunft. Der Countdown läuft.