Gündogan lobt sané, enthüllt aber auch problem

Vor dem WM-Start in Nordamerika hat Ilkay Gündogan, ehemaliger Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, ein großes Lob für Leroy Sané ausgesprochen. Doch der Mittelfeldspieler macht auch ein Problem deutlich, das den Umgang der Fans mit dem Flügelspieler prägt.

Sanés qualität ist unersetzlich

Gündogan betonte in einem Bild-Interview, dass Sané der Nationalmannschaft eine „Qualität verleiht, die kein anderer so in der Art hat“. Das schmeichelt dem Spieler, dessen Saisonverlauf von Höhen und Tiefen geprägt war, wie Gündogan selbst anmerkte. Sein starker Auftritt im letzten Testspiel gegen die USA, in dem er den Siegtreffer erzielte, habe ihm sicherlich Selbstvertrauen gegeben.

„Sein Jahr war ähnlich wie meins, ehrlich gesagt. Sehr turbulent, mit Höhen und auch Tiefen“, so Gündogan. „Er hat es aber immer geschafft, sich aus den schwierigen Momenten sehr gut rauszukämpfen. Er hat die Saison sehr gut beendet.“ Der Bundestrainer müsse nun entscheiden, ob Sané von Beginn an spiele oder erst später eingreife, aber ein Spieler wie er sei „einfach nur jeder Trainer wert“.

Die öffentliche wahrnehmung trügt

Die öffentliche wahrnehmung trügt

Das Problem liege allerdings darin, dass Sané seine Frustration oft offen zur Schau stelle, wenn im Spiel nicht alles glattlaufe. „Das einzige Problem ist bei ihm, dass er seine Verärgerung manchmal ein bisschen sehr offensichtlich raushängen lässt, wenn im Spiel mal etwas nicht 100 Prozent klappt“, erklärte Gündogan. Dies habe dazu geführt, dass Sané von den Fans den Eindruck erweckt bekomme, er kümmere sich nicht, doch das sei keineswegs der Wahrheit entsprechend.

Gündogan betonte, dass Sané sich extrem ärgere, „auch über sich selbst“, und ihm die Vorbereitung auf die WM sehr am Herzen gelegen habe, um die Chance zu haben, dabei zu sein. Die Beobachtung, dass Sané sich so sehr für den Erfolg der Mannschaft einsetzt, wird oft übersehen. Es ist ein Paradoxon: Der Spieler, der sich so sehr angreift, wird von vielen als desinteressiert abgestempelt. Aber Gündogan weiß es besser: „Als jemand, der ihn sehr gut kennt, weiß ich, wie wichtig es ihm war, topfit zu sein, um die Möglichkeit zu haben, diese WM zu spielen.“

Die Frage ist nun, ob diese Erkenntnis auch bei den Fans ankommt und Sané die Chance erhält, das Turnier mit seiner außergewöhnlichen Qualität zu prägen. Es wird sich zeigen, ob der deutsche Fußballlehrer die Zeichen richtig deutet und den Spieler nicht an seiner öffentlichen Wahrnehmung misst, sondern an seinem unbestreitbaren Talent.