Güler packt aus: alonso verriet ihm vor dem topspiel das geheimnis der ballmacht
Es war kein Zufall, dass Arda Güler im Champions-League-Viertelfinale gegen Bayern München plötzlich den Platz beherrschte. Der 21-Jährige trug eine Anweisung mit sich, die ihm sein damaliger Coach Xabi Alonso am Morgen des ersten Saisonspiels ins Ohr flüsterte: „Ich will, dass du den Ball öfter hast als alle rechts von dir.“ Dieser Satz, so erzählt es Güler jetzt im Interview mit TRT Spor, war das Startsignal für eine innige Spieler-Trainer-Verbindung, die bis heute nachhallt.
Die nachricht nach der bayern-schlappe
Kurz nach dem Abpfiff im Bernabéu, als Madrids Titeltraum zerbarst, vibrierte Gülers Handy. Es war Alonso, frisch verpflichtet bei Chelsea, und er schickte keine Analyse, sondern pure Anerkennung: „Ich bin sehr stolz auf dich.“ Für Güler brach damit eine Welt der Emotionen auf: „Ich habe mich riesig gefreut. Möge Gott ihm den Weg ebnen.“ Die beiden schreiben sich weiter, fast täglich, denn der Türke spürt, dass Alonsos Handschrift noch immer in seinem Spiel steckt.
Was Güler besonders schätzt, ist die obsessive Detailverliebtheit des Basken. „Er war jemand, der wahrscheinlich jeden Tag nach dem Aufwachen darüber nachdachte, wie er diesen Spieler besser machen kann“, sagt er und lacht über die Erinnerung an die endlosen Einzelgespräche im Büro des damaligen Real-Coaches. „Wenn er dir taktisch etwas erklärt, ist es schwer, nicht überzeugt zu sein.“

Vom bankdrücker zum hoffnungsträger
Die Saison 2025/26 war für Güler holprig. Zu Beginn nur Randfigur, wurde er nach Alonsos Abschlag im Winter plötzlich zur Leitfigur. Drei Tore, vier Vorlagen in den letzten zehn Pflichtspielen – Zahlen, die den jungen Kreativspieler aus der Schublade „Talent mit Fragezeichen“ befreien. Der Grund: „Ich hatte das Gefühl, er hat mir die Schlüssel übergeben“, sagt Güler über Alonso. Genau das habe er gesucht – eine echte Beziehung statt Kurzbesprechungen.
Nun blickt er nach London, wo Alonso bei Chelsea einen Neuanfang wagt. Güler weiß, dass er selbst zum nächsten Schritt bereit ist. Und er weiß auch, warum: „Er hat mir gezeigt, was ich kann und was er mir geben kann.“ Ein Satz, der klingt wie ein Versprechen – an Alonso und an sich selbst. Die Lehrzeit ist vorbei, die Ballmacht gehört jetzt ganz ihm.
