Guirassy steht vor bvb-exit: mailand sondiert, 45 mio-klausel tickt

Die Uhr tickt für Serhou Guirassy. Noch 17 Tage bis zum Bundesliga-Endspurt, dann muss Borussia Dortmund entscheiden: 45 Millionen Euro Kasse oder weitermachen mit einem Stürmer, der mal Doppeltorschütze, mal Geisterbahn ist.

Miland-bossen haben guirassy oben auf der liste

AC Mailand hat den BVB-Torjäger laut Sport1 auf Position eins ihres Sommer-Zettels gesetzt. Scout Geoffrey Moncada flog vergangene Woche nach Düsseldorf, sah das 2:0 gegen Union Berlin – und Guirassys Kopfballvorlage für Leweling. Ein Szenario, das die Italiener schon seit Wochen durchrechnen: 45 Millionen Ausstiegsklausel, 8,5 Millionen Jahresgehalt, dazu ein Berater, der seinen Klienten seit Januar aktiv im europäischen Markt bewegt.

Mailand hat Alternativen, aber keine Priorität. Mateo Retegui (Al-Qadsiah) kostet 35 Millionen, Darwin Núñez (Al-Hilal) will die Serie A, ist aber teurer. Nicolas Jackson (Chelsea/Bayern-Leihe) gilt als Außenseiter. Guirassy bleibt die pragmatische Lösung – und ein Geschäft, das Milan schon bei Ousmane Dembélé 2017 verpasste.

Im Dortmunder Bus herrscht Schweigen. Keiner der Bosse spricht offen über die Klausel, alle wissen: Ein Sommer-Verkauf wäre die einfachste Finanzspritze seit dem Dembélé-Deal 2017. 45 Millionen plus 10 Millionen Liga-Prämien – das würde die Ablöse für Schlotterbeck refinanzieren und den Etat für einen neuen Neuner freimachen. Doch genau hier beginnt das Dilemma.

Interne gutachten liefern ein gespaltenes bild

Interne gutachten liefern ein gespaltenes bild

Die Zahlen liegen auf dem Tisch: 19 Tore, aber nur fünf gegen Top-6-Klubs. Dreimal Auswechslung vor der 60. Minute, viermal in der Kabine Tränen nach verpaschten Großchancen. Edin Terzić sagt intern: „Er ist unser Joker, aber kein 34-Spiel-Mann.“ Sportdirektor Sebastian Kehl schwankt zwischen Emotion und Excel-Tabelle. Ein Wechsel würde Platz für Youssoufa Moukoko schaffen, doch genau der wurde schon zweimal leihweise abgegeben.

Die Klausel ist einseitig: Guirassy muss nicht gehen, aber er darf. Und sein Bruder Aliou, der seit Jahren seine Geschäfte führt, hat schon drei englische Klubs und zwei Saudis bedient. Dort wartet ein Gehalt von 15 Millionen Netto – für einen 29-Jährigen die letzte Chance auf einen Fünfjahresvertrag mit Traummillionen.

Terzić wird in den letzten Trainingseinheiten testen, ob Guirassy in der 4-2-3-1-Variante auch als hängende Spitze funktioniert. Gelingt das, behält der BVB die Karte im Ärmel. Misslingt es, klingelt Mitte Mai die Kasse. Mailand wartet, die Saudis auch. Und Guirassy? Der schweigt, schießt – und rechnet.

Die Entscheidung fällt nicht am grünen Tisch, sondern auf dem Rasen. Noch drei Spiele, drei Joker-Tore, dann wird die Klausel zur Waffe. Oder zur Bürde.