Guardiola schwärmt vom barça-flick: ich sitze nur zum spaß
Pep Guardiola, der Meister des orchestralen Spiels, schaut sich Hansi Flicks Barça an wie einen Krimi, den er nicht weglegen kann. „Wenn sie spielen und ich’s sehen kann, setze ich mich und genieße“, sagte er im Interview mit Esport 3. Der Grund: „Du hast einfach Spaß.“

Guardiola vergleicht barça mit sterneküche und theater
Der City-Trainer ratterte Vergnügen herunter: Kino, Theater, gutes Buch, edles Restaurant – alles dasselbe Bedürfnis. „Und sag mir ein Mal, dass du dich mit Barça nicht gut unterhältst.“ Die Worte klingen wie ein Liebesbrief an einen Ex, der plötzlich besser aussieht als je zuvor.
Flick holte seit seinem Amtsantritt vier Pokale (zwei Supercopas, Liga, Copa del Rey) und schickt dabei die Ballstaffette so schnell rund, dass selben die Gegner applaudieren. Dabei ist der Deutsche kein Epigone, sondern ein Purist, der die DNA des Klubs mit deutscher Effizenz veredelt. Kurze Vertikalstäbe, sofortiges Umschalten, gefühlvolle Laufwege – das erinnert an 2009, nur mit mehr Tempo und weniger Tiki.
Die Symmetrie ist verblüffend: Guardiola exportierte den Barça-Stil nach München und Manchester, Flick importierte ihn zurück und mischt ihn mit Leberkäse-Gewürz. Beide schwärmen öffentlich voneinander, doch hinter den Kulissen tobt ein stiller Wettbewerb: Wer besitzt die Deutungshoheit des modernen Ballbesitzfußballs?
Guardiola ließ keinen Zweifel: Er sieht im aktuellen Katalanen keinen Abklatsch, sondern eine frische Jam-Session alter Melodien. „Es ist, als würde Miles Davis zurückkommen und mit neuen Leuten ‚Kind of Blue‘ remixen“, sagte ein enger Vertrauter des trainers. Flicks Antwort folgt auf dem Platz: 30 Ligaspiele, 25 Siege, 72 Tore, 19 Gegentore – Zahlen, die lauter sprechen als jedes Kompliment.
Die Rückkehr des unterhaltsamen Barça hat einen Nebeneffekt: Die Liga verliert ihre Vorhersehbarkeit. Real muss plötzlich sprinten, Atlético findet sich in der Roll des Jägers wieder. Und der Fan? Der schaltet ein, weil er nichts verpassen will. Guardiola ist nur das prominenteste Gesicht dieser Bewegung. Der Rest ist ein Publikum, das endlich wieder Lust hat, bis zur 90. Minute durchzupausen.
Flick wird Guardiolas Lob nicht kaltlassen. Intern heißt es, er habe sich das Zitat ausdrucken und neben den Trainingsplan gelegt. Motivation kennt viele Sprachen, aber keine ist so wirkungsvoll wie Anerkennung vom eigenen Idol. Das nächste Kapitel beginnt am Samstag in Valencia. Guardiola wird vor dem Fernseher sitzen. Und wieder Platz nehmen. Garantiert.
