Groulx lässt zug ohne puck schuften – playoff-vorbereigung mit eis statt taktik
Kein Gummi, nur Stahl auf Eis. Nach dem 1:4 in Lugano jagte EVZ-Coach Benoît Groulx seine Mannschaft am Dienstag barfuß über das Band – ein Training, das mehr Strafmarsch als Eishockey wirkte.
Die Breitseile des Kanadiers kommen nicht von ungefähr. Mit 1:4 verließen die Zuger die Regular Season, als hätte jemand vergessen, wofür die 50 Vorrundenspiele eigentlich gut waren. Jetzt stehen die Play-Ins gegen die Lakers an, und Groulx will Blut sehen – sprich: Disziplin und Beine statt Zuckerwatte.
Video statt schlittschuhrunde, dann reine laufarbeit
Erst gab's Filmraum, lange, fast schon sadistisch. Danach Schlittschuhtraining, aber kein einziger Puck. Die Spieler mussten Formationen ziehen, Richtungswechsel, Tempoloch. Wer dachte, nach Saisonende würde lockerer, wurde eines besseren belehrt. Groulx' Kommentar zum Blick: „Manchmal ist es gut für die Spieler, wenn sie einfach Schlittschuh laufen müssen.“ Mehr Worte verschwendete er nicht.
Am Mittwoch darf wieder mit dem schwarzen Gummi gearbeitet werden – einziger Lichtblick nach der Zuckung. Doch die Botschaft ist klar: Wer gegen die SCRJ Lakers nicht zulegt, landet auf der Bank oder, schlimmer, in der Sommerpause.

Taktik? überraschungen? gibt’s nicht, sagt groulx
„Taktisch werden wir nicht überrascht“, betonte der 58-Jährige. Gemeint: Die Lakers kennen jeden Handgriff des EVZ, und umgekehrt. Also entscheidet die Einstellung. Und genau die will Groulx mit der Schinderei aufs Eis hämmern.
Für die Fans ist die Methode ein zweischneidiges Schwert: Einerseits zeigt der Coach, dass er Fehler nicht duldet. Andererseits fragt man sich, ob Selbstvertrauen nicht auch mit dem Puck wächst. Die Antwort gibts am Donnerstag, wenn die Play-In-Serie startet und jedes Tor zählt wie dreifach.
Entweder hat Groulx seine Mannschaft auf Schleifspur gebracht – oder er schlittert mit ihr aus den Playoffs heraus. Die Uhr tickt. Und die Kufen der Zuger müssen noch viele Runden drehen.
